Gesundheit : Hochschulfusion: Zusammenschluss Fachhochschule und Universität im Norden geplant

Fachhochschule und Universität zu einer Hochschule vereint? Das gilt in Deutschland bisher als Tabu. In Mecklenburg-Vorpommern sind sich zwei Rektoren dennoch einig, dieses Wagnis zu versuchen und die Universität Greifswald und die Fachhochschule Stralsund zur "Reformuniversität Greifswald-Stralsund" zusammenzuführen. Davon wollen die Rektoren Hans-Robert Metelmann und Ulrich Schempp ihre Hochschulgremien überzeugen, wie sie einem gemeinsamen "Letter of Intent" versichern.

Den Anstoss für das mutige Unternehmen gab einmal mehr die Finanznot. "Wählen Sie zwischen partieller Schließung, Verhungern durch Haushaltsdeckelung, Rückbau zu einer billigen Akademie" waren die Alternativen, vor die sich die beiden Rektoren gestellt sahen. Bis zum Jahr 2006 habe das Land seinen Hochschuletat "gedeckelt", das heißt keine Zuwächse vorgesehen. Auch tariflich vereinbarte Gehaltssteigerungen müssten dann aus dem Etat durch Stellenabbau oder aus den Forschungsmitteln erbracht werden. Voraussetzung für die Fusion ist nun, dass das Landesparlament die Deckelung aufhebt - zumindest für die Umstellungsphase.

Am Ende sollen bei einer Fusion "mehr und stärkere Fächer" entstehen - mit sich ergänzenden Schwerpunkten, sagte Rektor Metelmann. Motto: "Verzahnung statt Verschmelzung". "Wir könnten so Existenzgründer besser unterstützen und mehr gestufte Studiengänge anbieten." Am Ende der "sicherlich langen Diskussion" solle die Entscheidung stehen, ob die wissenschaftlichen Aufgaben besser in einer gemeinsamen Reformuniversität Greifswald-Stralsund erfüllt werden können. Die Landesregierung habe bereits sehr positiv auf die Fusionspläne reagiert, berichtete Metelmann. Zu den zahlreichen Problemen bei der Entscheidung gehört das unterschiedliche Besoldungsgefüge. Auch liegen Greifswald und Stralsund rund 35 Kilometer auseinander.

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