Gesundheit : Hochschulpolitik: FH-Professoren fordern 8000 Mark Mindestgehalt

Der Hochschullehrerbund will eine leistungsbezogene Professorenbesoldung nur mit Bedingungen akzeptieren. Eine solche Regelung sei nur dann umsetzbar, wenn sie auf einer angemessenen Grundvergütung aufbaue, erklärte die Bundesdelegiertenversammlung am Samstag nach einer Sitzung in Berlin. Die Delegierten appellierten an die Politik, Grundvergütungen nicht unter 8000 Mark monatlich festzulegen, da unterhalb dieser Schwelle keine qualifizierten Bewerber aus der Wirtschaft zu gewinnen seien. Insgesamt forderten die Hochschullehrer eine einheitliche Grundvergütung für alle Hochschularten. Bisher erhalten Professoren an Universitäten traditionell eine höhere Vergütung. Aus Sicht des Hochschullehrerbundes soll sich die Berufserfahrung der Professoren in der Gehaltsentwicklung niederschlagen. Leistungszulagen sollten unbefristet gewährt werden.

Damit wandte sich der Berufsverband von Fachhochschul-Professoren gegen die Pläne von Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) für eine Reform des Professoren-Dienstrechts. Danach sollen Professoren künftig ein Viertel ihres Gehalts abhängig von ihren Leistungen in Lehre, Forschung und Hochschulmanagement erhalten. Bulmahn plant zudem eine Öffnung der bisher Universitätsprofessoren vorbehaltenen höheren Vergütung für die Fachhochschulen. Die Hochschullehrer sprachen sich auch gegen dieses von Bulmahn geplante Tarifmodell aus. Dadurch sehen sie die Tätigkeit an einer Fachhochschule de facto abgewertet, da die Fachhochschulen wegen ihrer knapperen Etats überwiegend an der geringeren Eingruppierung würden festhalten müssen. Bei der Versammlung wurde Günter Siegel mit großer Mehrheit als Präsident des Hochschullehrerbundes bestätigt. Siegel ist Informatiker an der Fachhochschule Berlin. Neu in den Bundesvorstand wurden die frühere bayerische Staatsministerin Ursula Männle (CSU) gewählt sowie der Jurist Nicolai Müller-Bromley.

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