Gesundheit : Hochschulzugang: Ungeeignete rausprüfen?

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Die Hochschulen machen immer mehr Druck, um sich ihre Studierenden selbst aussuchen zu können. Der jüngste Vorstoß kommt vom Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Klaus Landfried. Er möchte erreichen, dass zwar zunächst alle Bewerber zum Studium zugelassen werden - zumindest in den Fächern ohne Numerus clausus. Doch nach zwei Semestern sollen die für das jeweilige Fach aus Sicht der Professoren nicht geeigneten Studierenden rausgeprüft werden - wie in Frankreich schon seit langem üblich. Dafür schlägt Landfried sechs bis sieben Tests, Beratungs- und Auswahlgespräche vor. Die Rückendeckung des HRK-Präsidiums, des Leitungsgremiums seiner Organisation, hat Landfried für seinen Vorstoß schon bekommen.

Dieses Probejahr ist nach Landfrieds Worten nach geltendem Recht ohne Gesetzesänderungen möglich. Die Hochschulen müssten dafür lediglich ihre Studienordnungen öffnen und könnten im Prinzip umgehend mit den Vorbereitungen beginnen. "Eine solche Regelung ist besser, als das Fallbeil punktueller Eingangsprüfungen", begründete der HRK-Präsident am Wochenende seine Initiative. Die Abiturnoten seien heute weder einheitlich noch aussagekräftig über die Studieneignung. Außerdem könnten die Hochschulen durch eine bessere Studierendenauswahl die hohe Zahl von Studienabbrechern senken und so "biografische Sackgassen" vermeiden.

Der Beirat der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) hatte in der vergangenen Woche bereits überraschend empfohlen, dass die Hochschulen künftig mehr Studierende selbst aussuchen können. Die immer wieder erhobene Forderung, die ZVS zu schließen, nannte Landfried "populistisch".

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