Gesundheit : Homepages Berliner Unis: Für die Nutzer mit den Datenmassen ringen

Nicola D. Schmidt

Lange Flure, Öffnungszeiten von wenigen Stunden am Tag und nicht besetzte Telefone - das ist es, was wohl den meisten Studenten einfällt, wenn sie an die Uni-Verwaltung denken. Erleichterung versprechen die Homepages der Hochschulen, die Service rund um die Uhr anbieten können. Die Freie Universität Berlin (FU) war eine der ersten deutschen Unis, die 1992 einen WWW-Server besaß. Damals wurde er noch vom Fachbereich Chemie betrieben, und auf ihm waren Computerhandbücher elektronisch gespeichert. Inzwischen hat man dieses Angebot grundlegend weiterentwickelt: Die offizielle Website der FU ( www.fu-berlin.de ) bietet heute Informationen rund um Universität, Studium und Forschung. Das Angebot zielt dabei in zwei Richtungen: "Zum einen präsentiert die Seite die Universität nach außen, um externe Wissenschaftler oder Studenten anzusprechen, zum anderen ist sie ein Kommunikationsmedium nach Innen, um die Mitglieder der Universität zu informieren," erklärt Remco van Capelleveen vom Webteam der FU.

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Die Homepage der FU begrüßt den Nutzer mit einer übersichtlichen Navigation sowie aktuellen Links und Artikeln zum momentanen Geschehen in der Bildungslandschaft. Die Untergliederung in Rubriken wie "Studium", "Forschung" und "Service" erlaubt einen schnellen Zugriff auf die jeweiligen Themenbereiche, während man sich über den Link "Einrichtungen" die gesamten Adressen und Ansprechpartner aller FU-Fachbereiche auf den Monitor holen kann. Über Hyperlinks gelangt man zu den einzelnen Instituten, die ihre Inhalte in eigener Verantwortung anbieten. Das neu gestaltete Angebot der Universitätsbibliothek (www.ub.fu-berlin.de) bietet die Möglichkeit, Literatur nicht nur zu suchen, sondern auch gleich zur Abholung am Ausleihschalter der Universitätsbibliothek zu bestellen. Darüber können die Nutzer sogar weltweit Literatur recherchieren sowie ausgeliehene Medien elektronisch verlängern lassen.

Für die Neulinge an der Universität stehen auf dem FU-Server Informationen zu den angebotenen Studiengängen und die jeweiligen Zulassungsbedingungen zum Download bereit. Sogar die Antragsformulare gibt es online - allerdings muss man sie nach erfolgreichem Download ausdrucken, ausfüllen und dann per Post verschicken. "Das Zulassungsbüro hat noch damit zu kämpfen, dass bei online-Anmeldeverfahren die Sicherheit der Personendaten gewährleistet werden muss. Das ist alles noch in Arbeit." erklärt van Cappelleveen. Bis 2001 soll die elektronische Rückmeldung möglich sein.

Das Telefon- und E-mail-Verzeichnis führte auf der Homepage lange Zeit ein Schattendasein. Aus Gründen des Datenschutzes dürfen nicht einfach alle Informationen über FU-Angehörige hineingestellt werden. Vielmehr müssen sich die Mitglieder selbst eintragen und damit der Veröffentlichung ihrer Daten zustimmen - so manchen Professor suchte man hier lange Zeit vergebens. Seit dem vergangenen Herbst startet das Webteam daher jedes Semester einen Aufruf an die Fachbereiche, Änderungen einzutragen, mit dem Erfolg, dass das Verzeichnis mittlerweile einigermaßen vollständig ist. Möchte ein Student oder Professor eine eigene WWW-Seite ins Netz stellen, bekommt er hierzu nicht nur Webspace sondern auch vielfältige Hilfestellung in Form von online-Erklärungen und Kursen an der Zentralstelle für Datenverarbeitung (ZEDAT).

Vom Speiseplan der Mensen bis zum Auslandsstipendium ist auf den mehreren tausend Seiten der FU-Homepage alles zu finden, was man von einer Uni erwartet. Nicht immer sind die Nutzer jedoch mit dem Angebot zufrieden: "Wir haben meistens Anfragen, weil jemand in der großen Datenmenge nicht findet was er sucht", sagt van Cappelleveen und versichert: "Dies nehmen wir zum Anlass, um über die Benutzerführung immer wieder neu nachzudenken." Die Volltext-Suche auf der Website soll durch eine Schlagwortsuche ersetzt werden, die genauere Ergebnisse liefert.

Das Design der Homepage wurde zuletzt im Juli verbessert, auch sonst will man weiter mit dem "Trend der Zeit" gehen und die FU-Site demnächst WAP-fähig machen. Dann könnte man die Mensapläne auch per Handy abrufen.

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