Gesundheit : Homo-Ehe: So macht es Berlin

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Homosexuelle und Kinder - das ist für Berliner Jugendämter längst Normalität. Und das nicht nur, wenn einer der Partner nach seinem Coming-out das Sorgerecht für sein leibliches Kind behält. Die Jugendämter sind auch dann unvoreingenommen, wenn es um Pflegschaften geht. Beispiel Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg: Dort werden gleichgeschlechtliche Partner genau so behandelt, wie heterosexuelle Paare. Ausschlaggebend ist allein das soziale Umfeld und nicht die Frage, ob zwei Männer oder zwei Frauen zur Betreuung zur Verfügung stehen statt Mann und Frau.

Zum Thema Online-Umfrage: Spiegelt das Ja zur Homo-Ehe die Stimmung in der Bevölkerung wider? Pflegschaften sollen Kindern, die nicht mehr bei ihren Eltern leben können, einen Aufenthalt in einem Heim ersparen. Die Eltern behalten in aller Regel das Sorgerecht und damit auch die Entscheidungshoheit, ob ihr Kind im Haushalt eines gleichgeschlechtlichen Paares dauerhaft oder zeitweise untergebracht wird. Haben die Eltern keine Bedenken, stellen sich auch die Jugendämter nicht quer.

Zurückhaltender sind die Jugendämter bei Adoptions-Pflegschaften, also Kindern, deren Eltern nicht mehr leben. Hier werden eher heterosexuelle Paare berücksichtigt, allein schon deshalb, weil von 1000 Paaren, die eine Adoption wünschen, durchschnittlich nur 100 zum Zuge kommen. Für Adoptionen gilt bei den Jugendämtern: Partnerschaften, die dem traditionellen Ehebild am nächsten kommen, haben Vorrang. Generelle Vorbehalte gegen homosexuelle Paare gebe es jedoch nicht. Im Gegenteil: Die bisherigen Erfahrungen mit homosexuellen Pflegeeltern seien sehr positiv.

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