Gesundheit : HU-Präsident kritisiert die Medizin-Fusion

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 Nach eineinhalb Monaten Erfahrungen mit dem Vorschaltgesetz zur Neuordnung der Hochschulmedizin hat der Präsident der HumboldtUniversität, Jürgen Mlynek, davor gewarnt, dass in der Hochschulmedizin das „organisierte Chaos“ entstehen könnte. Die neue gemeinsame Medizinische Fakultät, die unter der Verantwortung der Freien und der Humboldt-Universität stehen soll, drohe „zur Hochschule in der Hochschule“ zu werden. FU und HU hätten jedoch bewusst keine eigenständige Medizinische Hochschule haben wollen, „weil eine Medizinische Hochschule ein Auslaufmodell ist“.

Mlynek zählte folgende Versäumnisse auf: Noch sei der Medizinsenat, der die Verbindung zu den Universitäten herstellt, nicht zur konstituierenden Sitzung zusammengetreten. Als nächster Schritt müsse möglichst schnell der Aufsichtsrat besetzt werden. Er erwarte, dass Wissenschaftssenator Thomas Flierl die Namen der Aufsichtsratsmitglieder mit den Universitäten absprechen werde. Erst wenn der Aufsichtsrat eingesetzt worden ist, könnten Findungskommissionen für Führungspositionen tätig werden. Die Vorbereitungen für die Besetzung des Ärztlichen Direktors des Klinikums und des künftigen mächtigen Vorstandsvorsitzenden müssten möglichst schnell getroffen werden. Bis Ende August müsse daher der Aufsichtsrat besetzt sein. Wenn die Universitäten demnächst Entscheidungen in der Biologie und den Naturwissenschaften treffen wollten, dann müssten sie wissen, was in der Medizin geschieht. Das zur Zeit bestehende Vakuum sei nicht mehr länger zu tolerieren. U.S.

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