Gesundheit : Humboldt-Uni baut jede fünfte Stelle ab Sparplan zum 200.Jubiläum:

3000 Studienplätze weniger

Bärbel Schubert

Die Humboldt-Universität wird fast jede fünfte Stelle abbauen. Damit werden an der Hochschule 530 Wissenschaftler, Techniker und Verwaltungskräfte weniger beschäftigt sein als heute. Der Abbau soll bis zum Jahr 2009 vollzogen sein. Das Präsidium der Universität hat dazu jetzt Eckpunkte beschlossen. Der Grund dafür sind die Einsparauflagen des Berliner Senats, wonach die Ausgaben für alle Berliner Hochschulen von heute 920 Millionen Euro in den nächsten sechs Jahren auf 870 Millionen Euro pro Jahr reduziert werden.

Pünktlich zum 200-jährigen Jubiläum der Humboldt-Universität im Jahr 2010, werden im Zuge der Einsparungen rund 3000 Studienplätze wegfallen. Die Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät soll ganz geschlossen werden. Dort lehren heute 31 Professoren. Die Bibliothekswissenschaften mit zwei Stellen für Professoren werden ebenfalls gestrichen. Insgesamt sollen 90 Professoren-, 180 Wissenschaftler- und 160 Stellen in Technik und Verwaltung sowie 100 weitere im Service wegfallen. Umgerechnet bedeutet dies eine Einsparsumme von 30 Millionen Euro. Mit ihren Eckpunkten legt die Humboldt-Universität als erste Berliner Hochschule ein Konzept vor, wie sie die Einsparungen umsetzen will.

Landwirtschaft wird geschlossen

Humboldt-Präsident Mlynek sprach auf Nachfrage von „dramatischen Einschnitten“. Die Einsparauflagen seien nur schwer zu erbringen. Zur Schließung der Landwirtschaftlichen Fakultät habe es angesichts der großen Sparsumme keine tragfähige Alternative gegeben. Die Stellenabbau werde durch anstehende Pensionierungen erleichtert.

Um der Humboldt-Universität trotz der gewaltigen Einschnitte eine zukunftsfähige Struktur zu geben, soll sie sich künftig in sieben statt bisher zehn Fakultäten gliedern. Am Standort Mitte soll sogar eine Fakultät für Lebenswissenschaften neu entstehen, auch um die Forschungszusammenarbeit mit der Charité zu stärken. „Der Mensch ist der zentrale Forschungsschwerpunkt der nächsten Jahrzehnte“, begründete Mlynek diesen Schritt.

Mathematik und Naturwissenschaften werden nach der Neugliederung in Adlershof zusammen die größte Fakultät bilden. Von den beiden Disziplinen werden große Forschungsleistungen erwartet. Zweitgrößter Bereich werden die Kulturwissenschaften. Auch die Lehrerausbildung bleibt der Hochschule erhalten, wenn auch reduziert – beispielsweise mit fünf Professorenstellen in der Romanistik. Die Stellen der Medizin werden wegen ihrer Fusion mit der Freien Universität nicht mehr extra ausgewiesen.

Jeder vierte Professor ein Junior

Die Juniorprofessuren erhalten in der neuen Personalstruktur der Hochschule ihren festen Platz. Damit wird der wissenschaftliche Nachwuchs aufgewertet. Jede vierte Professorenstelle ist dann für einen Juniorprofessor vorgesehen.

Bei den Berechnungen der Humboldt-Universität gibt es noch einige Unwägbarkeiten, da die genaue Aufteilung der Sparsumme auf die einzelnen Hochschulen noch nicht abschließend festgelegt ist. Der Akademische Senat der Humboldt-Universität soll nach den Gremienberatungen bis Juni 2004 endgültig über den Strukturplan entscheiden.

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