Gesundheit : Hungrige Raubmöwen jagen andere Vögel

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Weil NordseeFischer immer weniger kleine Fische mit an Bord ziehen, stürzen sich ausgehungerte Raubmöwen zunehmend auf andere Vögel. Auf dieses Phänomen machen schottische Forscher jetzt im Fachmagazin „Nature“ (Band 427, S. 727) aufmerksam. Eine „höchst wünschenswerte“ Entwicklung habe so ungewollt negative Nebeneffekte.

Seit langem bemüht man sich darum, den ungewollten Beifang auf Fischkuttern zu verringern. Dabei geht es unter anderem um junge Fische, die im Netz landen, anschließend aber wieder über Bord geworfen werden, weil sie nicht verwertbar sind. Die Bestände werden dadurch unnötig dezimiert. Für die Raubmöwen sei der Beifang seit langem eine der wichtigsten Nahrungsquellen, schreiben der Biologe Stephen C. Votier und sein Team von der Universität Glasgow. Ihre Zahl sei dadurch stark angewachsen.

Die Verringerung des Beifangs zum Schutz der Bestände etwa von Schellfisch und Kabeljau habe dazu geführt, dass die Möwen nun Jagd auf kleinere Vögel machten und die Bestände zum Teil empfindlich dezimierten. Die Forscher zählen Dreizehenmöwen, Seesturmvögel, Trottellummen, Papageientaucher oder Sturmschwalben zu den bedrohten Arten. Die Entwicklung könnte abgeschwächt werden, wenn kleine Fische wie der Sandaal geschützt würden. Er ist eine alternative Nahrungsquelle der Möwen. dpa

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