Gesundheit : Ich brauche das: Fatina Keilani kommt Step by Step auf Touren

Zwei Mal die Woche brauche ich es: das rhythmische Keuchen, den sanften Schwung des Beckens, den rinnenden Schweiß, die Erschlaffung danach. Sie wissen schon: Sport. Genauer gesagt: den Stepper. Das ist so eine Art Treppensteigegerät. Man kann es für den Hausgebrauch in einer kleinen Version haben. Im Fitness-Club dagegen ist es mit allerhand technischem Schnickschnack aufgemotzt. Dort gibt es noch ein so genanntes Cardio-Band um die Brust, damit man den eigenen Herzschlag im Blick behalten kann. Bunte Leuchtdioden und Kurven zeigen an: Herzrate, Zahl der bestiegenen Treppenstufen, verbrannte Kalorien und so weiter.

Zuviel Puls ist nicht gut. Wann es zuviel ist, richtet sich nach dem Alter und dem angestrebten Zweck. Will man etwa in meinem Alter (33) Fett abbauen, so soll der Puls nicht höher als 132 Schläge pro Minute kommen. Sonst kriegt man nicht genug Sauerstoff, um den Stoffwechsel anzukurbeln. Geht man höher, bis zu 151 Schlägen, hat das Ganze immerhin noch den Zweck von Cardio-Training, nützt also der Ausdauer. Noch höher wird es anaerob, sogar schädlich. Die Muskeln bekommen zuwenig Sauerstoff und übersäuern. Der Körper geht an die Reserven und verbrennt Kohlehydrate statt Fett. Je älter man wird, desto schneller ist dieser Punkt erreicht.

Das tollste am Stepper ist aber: Man muss nicht nachdenken. Mit dem Beobachten der Pulsfrequenz und der Kalorienzahl ist man schon ausgelastet. Zweck der Aktion ist gerade das: Birne freikriegen. In sich hineinhorchen. Die Durchblutung nach einem Tag im Büro vom Hirn in die Beine lenken. Schwitzen. Außerdem killt eine halbe Stunde rund 300 Kalorien - Satisfaktion für diverse im Tagesverlauf eingeschobene Schokoriegel.

Und schon glauben Sie zu wissen, was für eine Frau ich bin, nicht wahr? Aufgeplüschte Schickse mit engen Leggings und bauchfreiem Top oder sowas? Tja, was soll ich sagen. Wenn ich mich so umschaue, benutzen in der Tat viele Frauen dieses Schlages das Gerät. Und Schwule. Aber eines ist sicher: Den anderen entgeht was.

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