Gesundheit : Ich brauche das: Ingo Bach braucht die unendliche Weite des Alls auf Video.

Ich gestehe, ich bin süchtig - nach einer fantastischen und dann auch noch US-amerikanischen Fernsehserie. "Star Trek" oder auf deutsch: "Raumschiff Enterprise". Jeden Bildungsbürger wird es spätestens an dieser Stelle schaudern. Sie sollten mal die Blicke sehen, wenn ein Besucher vor meiner Regalwand mit den aufgezeichneten Star-Trek-Folgen steht. 150 Videokassetten voll mit Zukunftsmusik. Das erregt Mitleid mit dem armen Irren. Manch einer versucht es tatsächlich mit Objektivität und fragt: "Wozu hast Du denn das auf Kassette? Mehr als einmal anschauen kann man das doch nicht." Sammler werden solche Wozu-Fragen kennen. Als ob man einem Fan mit Objektivität beikommen könnte.

Star Trek, das ist Science Fiction im wahrsten Sinne des Fremdwortes: "Wissenschaftliche Fiktion". Vieles von dem, was die Besatzungsmitglieder von Raumschiff Enterprise benutzen, ist naturwissenschaftlich denkbar, manches schon technisch machbar. Das "Beamen", also der lichtschnelle Transport von Materie, in dem man sie in Energie verwandelt und am Empfangsort wieder zurück in Materie, gelang schon. Was kümmert es da, dass die Erfinder der Serie das Beamen nur deshalb benutzten, um nicht ständig teure Trickaufnamen von Shuttle-Landungen drehen zu müssen. Auch das "Hypospray" - ein Spritzenersatz, der Medikamente mit hohem Druck durch die Hautporen presst, ohne die Haut zu verletzen - soll bald auf den Markt kommen.

Star Trek leistet einen Beitrag zur Allgemeinbildung, das heißt bei mir: zur Spezialbildung. Denn Naturwissenschaften waren auf der Schule nicht gerade meine Stärke. Erst durch "Raumschiff Enterprise" bekam ich eine Idee davon, dass es zur Materie auch eine Antimaterie gibt, dass schwarze Löcher das Licht festhalten und die Zeit ein höchst relatives Gut ist. Nie hätte ich erfahren - geschweige denn verstanden - was der Physiker Freeman Dyson meinte, als er vorschlug, die Sonne einzumauern. Die Wesen auf der dem Stern zugewandten Innenseite dieser Dyson-Sphäre hätten eine unerschöpfliche Energiequelle und Platz wie zweihundert Planeten von der Größe der Erde. Und immerhin war sich auch die Physik-Ikone Stephen Hawking nicht zu schade, in einer Star Trek-Folge mitzumachen.

Nur manchmal beugen sich die Macher von Star Trek den Gesetzen der Fernsehdramaturgie und beugen die Naturgesetze. Denn im Vakuum des Weltraums sind Explosionen eigentlich lautlos, bei Star Trek dagegen kracht es häufig gewaltig. Das ist nicht korrekt, macht aber mehr Spaß.

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