Gesundheit : Ich brauche das: Sigrid Kneist möchte auf ihren Labello nicht mehr verzichten

Neulich im Kino war es wieder besonders schrecklich: Der Film war gerade mal zur Hälfte gelaufen, da wurden die Lippen trocken. Die Handtasche wurde durchwühlt und durchwühlt - aber das kleine rettende, blau-weiße Objekt war nicht zu finden. Ich hatte doch wirklich vergessen, meinen Labello einzustecken. Das Geschehen auf der Leinwand war nur noch mit gewissen Einschränkungen zu genießen, immer wieder musste ich an meine trockenen Lippen denken. Ein richtiger Lippenstift brachte keine Verbesserung; das ist einfach nicht dasselbe wie ein Labello. Seit gut 20 Jahren möchte - kann? - ich auf den Fettstift nicht mehr verzichten.

Es sind immer mehrere Exemplare im Umlauf: Einer liegt am Bett, einer im Wohnzimmer, und sämtliche Schmink- und Handtaschen sind prinzipiell bestückt, damit solche Pannen wie beim letzten Kinobesuch nicht öfter vorkommen.

Das Phänomen der "Labello-Sucht" ist nicht unbekannt - wobei sich diese natürlich nicht nur auf das Produkt der speziellen Marke beschränkt, sondern auch auf andere Fettstifte. Die Zeitschrift "Öko-Test" kam zu dem Schluss, dass der Drang, sich ständig die Lippen eincremen zu müssen, auf den Paraffin-Gehalt dieser Mittel zurückzuführen ist. Denn die aus Erdöl produzierten Paraffine bildeten auf den Lippen einen Film, der den Feuchtigkeitshaushalt der Haut beeinträchtige und diese weiter austrockne. Dadurch hätten Benutzer das Gefühl, ständig nachcremen zu müssen. "Öko-Test" empfiehlt deshalb Stifte auf Basis von Bienenwachs, Jojoba- oder Mandelöl.

Die Suchtgefahr bestreitet die Labello-Herstellerfirma Beiersdorf natürlich, sie führt den Cremezwang auf die Gewöhnung an zarte und geschmeidige Lippen zurück, die man nicht mehr missen möchte. Nein, das möchte ich wirklich nicht. Egal, ob ich aus Sucht oder Genuss zum Labello greife.

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