Gesundheit : „Impfung“ gegen Zuckerkrankheit

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Beim Typ-1-Diabetes verliert der Körper die Fähigkeit, in der Bauchspeicheldrüse das blutzuckersenkende Hormon Insulin zu produzieren. Schuld daran ist das selbstzerstörerische Immunsystem der Kranken. Es zersetzt die insulinbildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Amerikanischen Forschern ist es nun gelungen, eine bereits ausgebrochene Diabetes-Krankheit einzudämmen.

Die Ärzte behandelten Patienten mit Typ-1-Diabetes kurz nachdem die Krankheit festgestellt worden war mit einem monoklonalen Antikörper. Dieser gentechnisch hergestellte Eiweißstoff bremst das Immunsystem und verhindert, dass Abwehrzellen sich gegen die Bauchspeicheldrüse richten. Das Behandlungsprinzip gleicht dem einer Impfung.

Eine zweiwöchige Antikörper-Kur genügte, um noch ein Jahr nach der Behandlung bei neun von zwölf Patienten die körpereigene Insulin-Produktion aufrechtzuerhalten oder sogar zu verbessern. Die Kranken benötigten weniger Insulin als jene Patienten im gleichen frühen Stadium des Leidens, die keinen Antikörper erhielten. Das berichtet das Wissenschaftlerteam um Kevan Herold von der New Yorker Columbia-Universität im Fachblatt „New England Journal of Medicine“.

Die Behandlung mit dem Antikörper wurde von den Patienten gut vertragen. Allerdings sind zu dem Zeitpunkt, zu dem die Krankheit festgestellt wird, bereits 90 Prozent der insulinbildenden Zellen zerstört. Dass der Antikörper die Diabetes-Krankheit auf Dauer aufhalten, erwarten die Forscher nicht. Zumindest aber können durch ein Hinauszögern die Komplikationen und Spätfolgen der Zuckerkrankheit gemildert werden, hoffen sie. wez

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