Gesundheit : In alle Welt: Stiftung liefert Stammzellen

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Stammzellenforscher auf drei Kontinenten haben ein Konsortium gegründet, um das therapeutische Klonen global voranzutreiben. Die „WeltStammzellen-Stiftung“ wurde von ihrem Initiator, dem Koreaner Wook Suk Hwang, Nationaluniversität in Seoul, am Mittwoch in Seoul vorgestellt. Zeitgleich erschien ein Beitrag in der amerikanischen Ärztezeitschrift „New England Journal of Medicine“ (Band 353, Seite 1645).

Darin bietet Hwang, der in der Forschung mit embryonalen Stammzellen global führend ist, weltweite Zusammenarbeit an. Kollegen könnten bei Hwang embryonale Stammzellen bestellen, die für ihre Studien maßgeschneidert sind. Der Forscher von der Nationaluniversität in Seoul hatte im Frühjahr erstmals Embryonen mit dem Erbgut unheilbar kranker Menschen geklont. Mit Stammzellen aus solchen Embryonen glauben die Mediziner, eines Tages schwer kranke Patienten retten zu können.

Für deutsche Forscher kommt die Kooperation wegen strikter Auflagen gegen Studien mit humanen embryonalen Stammzellen derzeit nicht in Frage, wie die Experten Oliver Brüstle, Universität Bonn und Hans Schöler, Max-Planck-Institut in Münster, bedauerten. Sie hoffen jedoch, in Deutschland würden die Bestimmungen bald gelockert.

In den USA dürfen bei staatlich finanzierter Stammzellenforschung nur ältere Zelllinien benutzt werden, die nach Meinung der Experten alles andere als ideal sind. Projekte mit neuen Stammzelllinien sind erlaubt, müssen aber aus privater Tasche finanziert werden.

Um US-Forschern maßgeschneiderte embryonale Stammzellen liefern zu können, will Hwang ein Labor bei San Francisco und ein zweites in England einrichten. In beiden sollen südkoreanische Experten das Klonen nach dem Dolly-Verfahren vornehmen. Von den gewonnenen Zellen dürfen heimische Forscher Kulturen anlegen. Diese will Seoul allerdings noch einmal überprüfen, bevor sie für Studienzwecke freigegeben werden.

Der Zellbiologe Gerald Schatten, Universität von Pittsburg, ein enger Freund Hwangs, schätzt, dass aus dieser Kollaboration pro Jahr etwa hundert neue embryonale Stammzelllinien hervorgehen können. Hwang wolle die neuen Linien nicht patentieren lassen, versichert Schatten. Das Konsortium werde aber Gebühren für maßgeschneiderte Stammzellen verlangen. dpa

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