Gesundheit : In Brandenburg bewandert – Gerd Heinrich zum 75.

Wolfgang Ribbe

Wer Gerd Heinrich heute begegnet, trifft auf einen Emeritus, der in gewohnter Frische ein umfangreiches wissenschaftliches Programm absolviert. Gerade hat er zum Jubiläum seiner Heimatstadt Neuruppin eine Festschrift vorgelegt und damit thematisch angeknüpft an seine Studien zur Geschichte des Ruppiner Landes, die allerdings nicht der Stadtgeschichte, sondern dem führenden Adelsgeschlecht Ruppins, den Grafen von Arnstein, galten.

Wie ein Ariadne-Faden zieht sich durch sein Œuvre die Beschäftigung mit der adligen Führungsschicht in Brandenburg-Preußen. „Staat und Dynastie“ lautet folgerichtig der Untertitel seiner umfassenden Monografie zur Geschichte Preußens. Gerd Heinrich zählt zu den wenigen Landesgeschichtlern, die in ihrem Fachgebiet den gesamten Zeitraum schriftlicher Überlieferung beherrschen. Dies zeigt sich auch in seinen kirchengeschichtlichen Publikationen. „Tausend Jahre Kirche in Berlin-Brandenburg“ (so der Titel der von ihm herausgegebenen Gesamtdarstellung) hat er in vielen einzelnen Beiträgen selbst durchmessen.

Außerhalb der Fachwissenschaft kennt ein breiteres Publikum Gerd Heinrich als Herausgeber des Bandes „Historische Stätten – Brandenburg und Berlin“, aber auch als Referenten in zahlreichen Veranstaltungen. In der Zeit der deutschen Teilung hat er die Kontakte zu den Kollegen intensiv gepflegt und nach der Wende neue Strukturen für die Präsentation von Landesgeschichte aufgebaut, so im Potsdamer „Haus der Brandenburgischen und Preußischen Geschichte“.

Eng verbunden ist er weiterhin der Historischen Kommission zu Berlin, der er seit ihrer Gründungszeit angehört, aber auch seiner universitären Wirkungsstätte, der FU Berlin, wo er noch einen Kreis von Doktoranden betreut, wohl wissend, dass sein Forschungsfeld, die brandenburgisch-preußische Geschichte, mit keinem Lehrstuhl mehr an einer Berliner Universität vertreten ist. Umso mehr ist sein Engagement auch künftig unverzichtbar. Morgen wird Gerd Heinrich 75 Jahre alt. Ad multos annos!

Der Autor ist Vorsitzender der Historischen Kommission zu Berlin.

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