Gesundheit : In den Fußstapfen Alexander von Humboldts

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Oder vielmehr: Was ist der Mann eigentlich? Offiziell ist Jared Diamond Professor für Geographie und Physiologie an der Universität von Kalifornien in Los Angeles . Der heute 68Jährige begann seine Karriere einst als Gallenblasenexperte. Später beschäftigte Diamond sich mit der Evolution der Vögel auf Neuguinea. In den Fußstapfen Alexander von Humboldts dehnte er seine Weltreisen aus und wurde schließlich „Umwelthistoriker“ , wie er selbst sagt. Das alles aber hat den umfassend gebildeten Forscher nicht sehr bekannt gemacht.

Arm und Reich

Der Ruhm kam, als Diamond ein Buch namens „Arm und Reich – die Schicksale menschlicher Gesellschaften“ schrieb und dafür den Pulitzer-Preis erhielt. In dem Werk analysiert Diamond, warum es manche Kontinente zu Reichtum brachten, wie Europa, während andere auf der Strecke blieben, wie Afrika. Er fand verschiedene Ursachen. Etwa die Tatsache, dass in Afrika keine Pferde existierten, sondern Zebras , die sich nicht zähmen und für die Landwirtschaft nutzbar machen lassen. Das Buch wurde ein großer Erfolg und verkaufte sich weltweit mehr als zwei Millionen Mal – nicht zuletzt deshalb, weil Diamond ein brillanter Geschichtenerzähler ist.

Größenwahn im Pazifik

In seinem neuen Buch „Kollaps – warum Gesellschaften überleben oder untergehen“ (S. Fischer 2005), das bereits ein Bestseller ist, setzt Diamond sich mit Kulturen auseinander, die einmal florierten und dann erloschen. Etwa die der Osterinsel im Pazifik. Rivalisierende Stämme vernichteten in einem Wettlauf, immer größere Steinstatuen zu bauen, sämtliche Ressourcen. Die Insel verwandelte sich in eine Wüste. Der Untergang der Wikinger in Grönland lag an ihrer Unfähigkeit, von den Inuit zu lernen und zum Beispiel Fisch zu essen. Statt Eisen für Werkzeuge führten sie Glasfenster für den Bau von Kirchen ein. Ein Klimawechsel sorgte für den endgültigen Kollaps. bas/wez

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