Gesundheit : In diesem Jahr soll der erste Chinese ins All starten Unbemannter Testflug erfolgreich verlaufen

Thomas de Padova

Die Chinesen erfanden Schießpulver und Feuerwerkskörper. Im Jahre 1275 trieben sie japanische Truppen mit Hilfe von Raketen in die Flucht. Im 15. Jahrhundert entwickelten sie die erste zweistufige Rakete. Und glaubt man der Legende, so ließ sich der hohe chinesische Beamte Wan Hu im 16. Jahrhundert 47 Raketen unter einen Stuhl montieren, hob unter lautem Donnern ab und ward nie mehr gesehen. Ein Krater auf dem Mond trägt noch heute seinen Namen.

An diese lange Tradition in der Raketentechnik will China nun anknüpfen und noch in diesem Jahr „Taikonauten“ in den Weltraum schicken, wie die Astronauten hier heißen (chinesisch „Taikong“ bedeutet Universum). Das Raumschiff „Shenzhou V“ werde in der zweiten Jahreshälfte mit mindestens einem Taikonauten an Bord ins All fliegen. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur China News Service, nachdem in der vergangenen Woche das vierte unbemannte Raumschiff „Shenzhou IV“ erfolgreich vom Raumfahrtzentrum Jiuquan in der Wüste Gobi gestartet war. Mit an Bord war die komplette Ausrüstung, die für einen bemannten Raumflug erforderlich ist. Bis zum Start der „Shenzhou V“ soll es nun keinen weiteren Testflug mehr geben.

Das „Shenzhou“-Raumschiff ist ähnlich gebaut wie die russischen „Sojus“-Kapseln, nur größer und mit neuester Technik ausstaffiert. Es kann vier Taikonauten ins All bringen und startete im November 1999 zu seinem Jungfernflug, umrundete die Erde 14 Mal und landete anschließend in der nordchinesischen Wüste.

Der zweite Flug war weniger erfolgreich: Der Druck in der Kabine sank plötzlich, und die Experimente an Bord fielen aus. „Shenzhou III“ schließlich nahm unter anderem Hühnereier mit ins All, aus denen später gesunde Küken schlüpften. Die Versuche zeigten, dass das Raumschiff recht gut gegen die kosmische Strahlung geschützt ist.

„Unser kurzfristiges Ziel ist es, einen Chinesen ins All zu senden“, sagt der Kommandeur des Raketenprojektes, Huang Chunping. „Die große Vision für die Zukunft ist die Erforschung des Weltraums. Beides inspiriert das chinesische Volk.“

Der Schwerpunkt in der chinesischen Raumfahrt liegt bisher bei den unbemannten Kommunikations- und Wettersatelliten. Zwei Drittel der zirka 80 bisher gestarteten Satelliten wurden im eigenen Land gebaut. Zwar kauft man Spitzentechnik mitunter noch in den USA oder in Europa, so etwa den Transrapid. Aber mit dem Beginn der bemannten Raumfahrt will China nun zeigen, dass es mit der technischen Entwicklung der westlichen Industriestaaten Schritt halten kann.

China wäre nach den USA und Russland das dritte Land mit einem eigenen Programm für die bemannte Raumfahrt. Es verfügt bereits über ein modernes Raumfahrt-Kontrollzentrum in Peking. Die künftigen Taikonauten, ehemalige Luftwaffenpiloten, werden auf einem eigens angelegten Campus trainiert. Einige von ihnen erhielten zuvor eine Ausbildung in Russland.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben