Gesundheit : Inselhüpfen von Riesentauben Wie Dronten nach Mauritius kamen

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Die seit mehr als zwei Jahrhunderten ausgestorbenen riesigen DronteVögel haben die Inseln Mauritius und Rodrigues im Indischen Ozean östlich von Madagaskar vermutlich durch eine Art Inselhüpfen erreicht. Beth Shapiro von der Universität im englischen Oxford schließt das gemeinsam mit Kollegen im US-Wissenschaftsmagazin Science (Band 295, Seite 1683) aus Analysen des Erbgutes. Demnach entwickelte sich aus den Tauben Südost-Asiens bereits vor rund 43 Millionen Jahren ein gemeinsamer Vorfahre der Dronte-Vögel. Dieser Ur-Dronte wiederum spaltete sich vor etwa 26 Millionen Jahren in die beiden Arten Dodo und Einsiedler auf.

Die Daten aus dem Erbgut haben allerdings einen Haken: Vor 26 Millionen Jahren existierten weder Mauritius noch Rodrigues. Mauritius hob sich erst vor rund sieben Millionen Jahren als Vulkan aus dem Meer, Rodrigues entstand frühestens vor eineinhalb Millionen Jahren. Allerdings gab es im Umkreis dieser Inseln seit rund dreißig Millionen Jahren andere Eilande, die mit der Zeit wieder im Meer versunken sind. Auf ihnen könnten Dodos und Einsiedler gelebt haben. Sei eine Insel verschwunden, wären die Vögel zur nächsten weiter gezogen und so irgendwann auf Mauritius und Rodrigues angekommen, vermuten die Forscher. Wann genau die Vögel ihre Flugfähigkeit verloren haben, die ihnen auf den Inseln ohne natürliche Feinde wenig genützt hat, wissen die Forscher bis heute noch nicht.

Bis zur Ankunft von Seefahrern aus Europa lebten die mit mehr als zwanzig Kilogramm Gewicht Schwanen-großen Vögel mit ihren langen, bunten Haken-Schnäbeln dann recht sicher auf den Inseln. Im 16. Jahrhundert aber rottete der Mensch die Dodos auf Mauritius aus, im 18. Jahrhundert starb der letzte Einsiedler auf Rodrigues. RHK

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