Gesundheit : „Integration besser erforschen“

Fabian Reinbold

Forscher der Max-Planck-Gesellschaft fordern Islamunterricht an deutschen Schulen. Die Kultusministerien sollen den Unterricht kontrollieren, die Lehrer an deutschen Universitäten ausgebildet werden. „Es kann nicht sein, dass man Imane aus der Türkei holen muss“, sagte Günther Schlee, Direktor am Institut für ethnologische Forschung, auf einer Podiumsdiskussion des Max-Planck-Forums am Dienstag. Nadjma Yassari vom Institut für ausländisches Privatrecht ergänzte: „Mit dem Unterricht könnten junge Migranten sehen, dass es normal ist, gleichzeitig deutsch und Moslem zu sein.“

Im Mittelpunkt der Diskussion „Nationalstaat, Einwanderungsland, Parallelgesellschaften – eine neue deutsche Frage?“ standen Probleme der Einwanderungspolitik und der Integration von Migranten. „Warum setzen wir den Integrationswilligen solch hohe bürokratische Hürden?“, fragte Günther Schlee. Er kritisierte, dass die Green-Card-Regelungen, mit denen Deutschland IT-Kräfte anwerben wollte, nur auf wenige Jahre begrenzt waren und Familiengründungen verhindert hätten. „Wir brauchen Kinder, wir brauchen Inder und wir brauchen vor allem die Kinder von Indern“, forderte Schlee. Deutschland müsse neue Regeln aufstellen, um diejenigen Einwanderer zu bekommen, die das Land wolle.

Wolfgang Streeck, Direktor am Institut für Gesellschaftsforschung, forderte neue, interdisziplinäre Grundlagenforschung zur Integration von jungen Migranten. Noch würden sich viel zu wenige Wissenschaftler mit dem Problem beschäftigen, dass gerade die Jugendlichen in den Großstädten sich mit mehreren Kulturen gleichzeitig auseinander setzen müssen – und welche Schwierigkeiten sie damit haben. Viel zu wenig wisse man auch darüber, wie der Zwiespalt zwischen individuellen Rechten und religiösen Traditionen aufgelöst werden kann. „Dafür wird man ein Rezept finden müssen“, sagte Streeck.

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