Gesundheit : „Intelligent Design“ verboten Richter: Konzept nicht an US-Schule unterrichten

Christoph von Marschall

Im Streit um die Lehre der Entstehung der Welt an amerikanischen Schulen hat die religiöse Rechte einen Rückschlag erlitten. Im Bundesstaat Pennsylvania untersagte Richter John E. Jones III. es einer Schule in Dover, das Konzept des „Intelligent Design“, das eine höhere Macht hinter der Schöpfung sieht, als wissenschaftliche Alternative zu Darwins Evolutionstheorie zu unterrichten. Jones ist Republikaner. Präsident George W. Bush, der sich als „wiedergeborenen Christen“bezeichnet, hatte ihn als Richter ernannt.

Jones schrieb in seinem 139-seitigen Urteil, „Intelligent Design“ sei „eine religiöse Sicht, nur ein anderes Etikett für Kreationismus und keine wissenschaftliche Theorie“. Die Sicht der „Fundamentalisten, dass man entweder die Genesis buchstäblich akzeptieren oder an das gottlose System der Evolution glauben muss“, sei nicht akzeptabel. Der Fall war vor Gericht gekommen, nachdem Eltern gegen die Vorgabe des lokalen Schulbeirats geklagt hatten. Im Biologieunterricht für 14-Jährige sollten die Lehrer die Lücken in Darwins Evolutionstheorie diskutieren und die Möglichkeit, das Leben auf der Erde könne auch von einer höheren Macht geschaffen worden sein. Bei der Neuwahl des Schulbeirats im November wurde kein einziger der neun Verantwortlichen wiedergewählt, das neue Gremium steht hinter der Evolutionstheorie.

Insbesondere im mittleren Westen der USA ist eine stärker an der Bibel orientierte Schöpfungstheorie in den jüngsten Jahren immer populärer geworden. Allerdings muss man unterscheiden zwischen dem Kreationismus, der die biblische Genesis wörtlich nimmt, und „Intelligent Design“, das Darwins Evolutionstheorie generell akzeptiert, aber für ergänzungsbedürftig hält. In Seattle forschen hoch angesehene Wissenschaftler an diesem Konzept.

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