Gesundheit : "Intelligenter Vorschlag"

Bärbel Schubert

Die Einführung von Studienkonten findet Unterstützung bei den Hochschulrektoren. Ihr Präsident Klaus Landfried lobte die entsprechende Initiative von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz als "intelligenten Vorschlag". Nach diesem Modell soll jeder Student ein Guthaben von Vorlesungen und Seminaren bekommen, für das er nicht bezahlen muss. Wer zügig studiert, kann sein "Restguthaben" für aufbauende Studien und Weiterbildung verwenden. Die SPD-Wissenschaftsminister Gabriele Behler (NRW) und Jürgen Zöllner waren im Streit um Studiengebühren am Dienstag mit diesem Vorschlag in die Offensive gegangen. Über ein eigenes Modell hätten die Rektoren nicht entschieden.

Besonders lobte Landfried an dem Modell von Zöllner und Behler die vorgesehenen Anreize für ein schnelleres Studium. Dass die Hochschulen für Lehrveranstaltungen im Grundstudium vom Staat weniger Vergütung bekommen sollen als für Masterstudien und Weiterbildung, sei auch ein Anreiz für eine straffe Organisation des ersten Studienabschnitts. Die technische Umsetzbarkeit der Studienkonten müsse jetzt erprobt werden.

Die Rektoren erneuerten zudem ihre Forderung nach Eingangsprüfungen der Studenten. Anders als in den bisher diskutierten Vorschlägen pochen die Hochschulen nun darauf, sich jeden Studienanfänger selbst auszusuchen. Dafür müssten auch schriftliche Tests, die Gewichtung von Abiturnoten und schriftliche Bewerbungsunterlagen zugelassen werden, heißt es in einem Modellvorschlag.

Dienstrechtsreform ohne Unterstützung

Einen Tag vor der Beschlussfassung im Bundestag haben die Rektoren der Reform des Professorendienstrechts ihre Unterstützung entzogen. Anlass dazu sei die Haltung der Länder-Finanzminister, die Umstellung auf eine leistungsorientierte Professoren-Besoldung unbedingt "kostenneutral" umzusetzen. Landfried: "Das ist nicht machbar."

Auch in einem anderen Punkt protestierten die Rektoren und Präsidenten gegen Beschlüsse der Länder-Finanzminister. Das Votum, ab dem Jahr 2008 die Bildungsausgaben zurückzufahren, müsse aufgehoben werden. Die Expansion der Studentenzahlen in den vergangenen 20 Jahren sei unzureichend finanziert. Die Ausgaben pro Studierendem seien kaufkraftbereinigt sogar um 20 Prozent gefallen.

Hochschulverband protestiert ebenfalls

Der Deutsche Hochschulverband, der Berufsverband der Universitätsprofessoren, hat erneut gegen die geplante Dienstrechtsreform protestiert. Mit einem Gutachten des Berliner Juristen Helmut Lecheler (FU) will der Verband belegen, dass Teile der Reform verfassungswidrig sind. So verstoße die Gleichstellung von Fachhochschul- und Universitätsprofessoren im Besoldungsrecht gegen eine "sachgerechte Ämterbewertung".

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