Gesundheit : Intelligenzmarathon: Junge Informatiker bringen Lego zum Laufen

Stephan Wiehler

Der Nachwuchs für die Technologien von morgen spielt mit Lego. Klar, denn Lego ist das intelligente Spielzeug. 65 Stunden tüftelten Studenten vom vergangenen Freitag bis zum gestrigen Montag in der Sportoase in Moabit um die Wette: Ausgestattet mit Legokästen, Spezialkameras und Computer breiteten sich die Teams in drei Räumen aus, in denen normalerweise Squashspieler schwitzen. Beim Intelligenzmarathon, der zur selben Zeit in Wien, Zürich, München und Hamburg ausgetragen wurde, bastelten die drei Teams in Berlin an der kniffligen Aufgabe, einen intelligenten Roboter zu bauen.

Etwas übernächtigt hockt die fünfköpfige Truppe von der Fachhochschule Brandenburg vor dem PC-Bildschirm. Geschlafen wird abwechselnd auf mitgebrachten Isomatten. "Aber immer nur stundenweise", sagt Cornell Hesse, Informatiker mit Studienschwerpunkt Intelligente Systeme an der FH Brandenburg. Zu seinen Füßen steht der kleine Lego-Roboter mit einem kranartigen Greifarm in Startposition zur Feuerprobe. In etwa drei Stunden ist es soweit. "Der Roboter muss innerhalb von drei Minuten eine Runde gedreht haben", erklärt Cornell Hesse.

Am Rand eines eingezeichneten Parcours liegen einige blaue Kugeln auf Legosteinsockeln. "Der Roboter muss die Kugeln von den Sockeln stoßen, ohne dass die Sockel dabei umfallen." Zur Orientierung ist die Apparatur mit Miniaturkameras ausgestattet. Die optischen Signale dienen zur Steuerung über den PC. In den Trainingsräumen nebenan haben Studenten der Bauhaus-Universität Weimar und Informatiker der Humboldt-Universität ihre Lego-Labors eingerichtet. Der HU-Roboter zeigt beim Testlauf noch einige motorische Schwächen und reißt beim Griff nach den Kugeln die Sockel gleich mit um.

Die Brandenburger Hochschüler wollten sich auf die Lego-Technik allein erst gar nicht verlassen. Das mitgelieferte Steuerungsprogramm für die Kameras haben die fünf Studenten am Wochenende kurzerhand durch eine eigene Software-Kreation ersetzt. Ob sich der Schlafentzug für den Intelligenztest nach Lego-Art gelohnt hat, erfahren die Bastler am 24. Oktober in Frankfurt (Main), wenn die Jury über die Sieger des Wettbewerbs entscheidet.

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