Gesundheit : Juliane Mentz erhält Tiburtius-Preis für Abschlussarbeit

Heiko Schwarzburger

Erst überrascht und ungläubig, dann aber umso glücklicher: Der diesjährige Joachim-Tiburtius-Preis für herausragende Diplomarbeiten an den Berliner Hochschulen geht an die Verfahrenstechnikerin Juliane Mentz (25) von der Technischen Fachhochschule (TFH).

Die gebürtige Berlinerin hatte eine Lösung gefunden, wie sich Wellbleche und Zylinderschalen bei der Berechnung ihrer Eigenschaften auf ebene Ersatzmodelle zurück führen lassen. Dies spart erheblichen Aufwand für die komplizierten Berechnungsmodelle. "Die Elementanzahl, um die Steifigkeit und Festigkeit großer Bauteile im Computer zu simulieren, verringert sich damit ungefähr auf ein Zwanzigstel", schätzt die Jung-Ingenieurin.

Drei Monate Diplomarbeit

Dem Ingeniör ist nichts zu schwör: Von den Mechanikvorlesungen im Grundstudium und einem Semesterkurs über moderne Verfahren zur Bauteilberechnung inspiriert, nahm sich die junge Frau des schwierigen Themas an. "Dazu musste ich in dem Semester und in den Semesterferien vor meiner Diplomarbeit die Grundlagen und Finessen der Finite-Elemente-Methode pauken", erzählt sie zurückblickend. "Die Diplomarbeit war dann nach drei Monaten fertig."

Bei der sogenannten Finite-Elemente-Methode (FEM) werden Bauteile in kleine Flächenstücke zerlegt, wie ein engmaschiges Netz, dessen Knoten durch mathematische Gleichungen miteinander verbunden sind. Das Ziel der umfangreichen Berechnungen ist, das Material und den Querschnitt der Bauteile optimal an die zu erwartenden Belastungen anzupassen.

FEM gilt als wichtige Schnittstelle zwischen dem klassischen Maschinenbau, der Mathematik und der Informatik. Selbst die gewölbten Bleche für Autokarossen und die sphärischen Geometrien von Tragflächen oder Flugzeugrümpfen lassen sich auf diese Weise auslegen. Die prämierte Diplomarbeit wurde im Frühjahr des vergangenen Jahres fertig.

Derzeit arbeitet Juliane Mentz am Forschungszentrum Jülich an ihrer Doktorarbeit in den Werkstoffwissenschaften. Als Absolventin einer Fachhochschule muss sie zuvor an der Ruhr-Universität Bochum einige Prüfungen auf Universitätsniveau nachholen, "vor allem zu den Materialwissenschaften und der Messtechnik", wie sie verrät.

"Auch in Maschinendynamik muss ich noch dazu lernen. Aber im September des nächsten Jahres habe ich hoffentlich alle Abschlüsse zusammen, um die Berechtigung zur Promotion zu besitzen." Eine Promotion am Forschungszentrum dauert in der Regel drei Jahre.

Den zweiten Tiburtius-Preis erhielt Katja Bernhardt von der Alice-Salomon-Fachhochschule für Sozialarbeit, die über "Erziehungshilfe in der Tagesgruppe" diplomiert hatte. Der dritte Preis ging an Gabi Blättermann von der TFH für eine Arbeit zur Bilddatenkomprimierung. In der Kategorie "beste Promotion" erhielten Claudia Benthien (Humboldt-Universität), Andreas Karch (Humboldt-Universität) und Steffen Müller (Technische Universität) die begehrten Auszeichnungen. Anerkennungspreise gingen ansonsten an Ralf Borndörfer (Technische Universität), Kristine Kern und Klaus Mühlhahn (beide Freie Universität).

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