Gesundheit : Junge Männer geraten ins Hintertreffen

Die Zahl der jungen Westdeutschen ohne Berufsausbildung hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch erhöht: Fast jeder sechste Jugendliche zwischen 20 und 25 Jahren hat keinen Berufsabschluss und befindet sich weder in einer Lehre noch im Studium. Zu diesem Ergebnis kommt der Essener Bildungsforscher Klaus Klemm in einer Studie für die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf.

In den neuen Bundesländern ist dagegen die Quote der Ungelernten mit zehn Prozent deutlich niedriger. Den Grund sieht Klemm in dem umfassenden Ausbildungsangebot aus der DDR-Zeit und in den umfangreichen staatlichen Hilfsmaßnahmen unmittelbar nach der Wende. Die Befunde des Wissenschaftlers beziehen sich auf das Frühjahr 1998, als es das Sofortprogramm der Bundesregierung zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit noch nicht gab.

Insgesamt waren zum Zeitpunkt der Erhebung 627 000 junge Erwachsene in ganz Deutschland ohne Ausbildungsabschluss. Besonders verschlechtert hat sich die Lage der deutschen jungen Männer, während sich die Situation bei den jungen Ausländern verbesserte. So waren 1991 rund 7,1 Prozent der deutschen jungen Männer ohne Ausbildung, 1998 aber mehr als doppelt so viel, nämlich 14,7 Prozent. Bei den Ausländern waren es 1991 noch 31,8 Prozent, 1998 hingegen nur noch ein Fünftel.

Während es 1991 unter den Ungelernten mehr junge Frauen als Männer gab, ist die Lage heute umgekehrt: In Westdeutschland blieben rund 16,4 Prozent der jungen Männer ohne Abschluss. 14,5 Prozent der jungen Frauen haben noch keinen Berufsabschluss in der Tasche.

0 Kommentare

Neuester Kommentar