Gesundheit : Juniorprofessoren rücken näher

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Juniorprofessoren und eine leistungsabhängige Besoldung für Professoren sind der Realität deutscher Hochschulen wieder ein Stück näher gerückt. Der Bundestag hat am Freitag mit den Stimmen von SPD und Grünen das neue Hochschul-Dienstrecht verabschiedet. Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) sprach von der größten Hochschulreform seit den 60er Jahren. Die Opposition begrüßte die Ziele, übte aber scharfe Kritik an Details. Bayern und Hessen kündigten an, den Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag anzurufen.

Nach dem neuen Besoldungssystem sollen die gut 30 000 Professoren künftig ein Viertel bis ein Drittel ihrer Bezüge nach Leistung und Funktion erhalten. Neben Lehre und Forschung zählen dabei Ämter wie Dekan oder Rektor. Strittig ist unter anderem, ob die neue Junior-Professur als Qualifikationsweg zum Professorenberuf die Habilitation ersetzen soll. Der neue Gesetzentwurf sieht dies vor, innerhalb der nächsten zehn Jahre. Außerdem werden die Hochschulen verpflichtet, spezielle Studienangebote für Doktoranden zu organisieren und ihre Betreuung zu verbessern.

Bulmahn sagte, das neue Recht biete die Chance für eine Reform-Ära an den Hochschulen. Das alte Dienstrecht aus dem vorletzten Jahrhundert passe nicht mehr in das 21. Jahrhundert. "Jahrelange persönliche Abhängigkeit der Nachwuchswissenschaftler von ihren Professoren oder eine Besoldung, die vor allem das Älterwerden, honoriert - das alles ist passé."

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