Gesundheit : Juniorprofessuren: Hochschulverband dagegen - Streit um Qualifikationswege

Der Deutsche Hochschulverband hat die von Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) geplanten Juniorprofessuren abgelehnt. Die Universitäten könnten Junior-Professuren zur Qualifikation des wissenschaftlichen Nachwuchses nur auf Kosten ihrer bereits vorhandenen Stellen einrichten. Auch werde mit dem Modell das "viel zu hohe Alter von Wissenschaftlern" bei ihrer ersten Berufung nicht gesenkt, teilte der Verband der Universitätsprofessoren zur Begründung am Dienstag mit.

Bulmahn hatte sich kürzlich mit Innenminister Otto Schily (SPD) auf Grundzüge eines neuen Dienstrechts für die Hochschullehrer verständigt. Neben Änderungen in der Besoldung der Professoren, die künftig rund ein Viertel ihrer Bezüge leistungsabhängig bekommen sollen, ist dabei auch eine Neuregelung des Qualifikationsweges für Nachwuchswissenschaftler durch Juniorprofessuren vorgesehen. Damit will Bulmahn dem wissenschaftlichen Nachwuchs frühzeitig eine selbstständige Arbeit ermöglichen. Eine Habilitation ist nicht mehr vorgesehen. Am bisherigen System wird die lange Abhängigkeit von einem Professor kritisiert. Außerdem ist das Alter der Nachwuchswissenschaftler bei der Erstberufung mit rund 40 Jahren zu hoch.

Der Hochschulverband fordert statt dessen, die bisher übliche wissenschaftliche Assistenz zu verbessern. Das Höchstalter eines Assistenten soll bei Beginn künftig 29 Jahre betragen. Die Qualifikationsverfahren müssten beschleunigt und der Umfang wissenschaftlicher Arbeiten begrenzt werden.

Zusätzlich soll nach Vorstellung des Verbandes die Eliteförderung verstärkert werden. Dafür könnte ein bundesweiter Wettbewerb für Nachwuchswissenschaftler geschaffen werden. Die Mittel dafür sollen Bund und Länder mit einem Sonderprogramm bereit stellen. Um bessere Einstellungsperspektiven für die Jungen zu schaffen, schlägt der Verband vor, Professoren auf Wunsch mit 62 Jahren von ihren Lehrverpflichtungen zu entbinden.

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