Gesundheit : Jura: Ziel: Anwalt

rt

Jurastudenten sollen künftig besser auf eine Tätigkeit als Anwalt vorbereitet werden. Einen entsprechenden Gesetzentwurf zur Änderung der Juristenausbildung stellten die Justizminister von Rheinland-Pfalz, Herbert Mertin (FDP), und Nordrhein-Westfalen, Jochen Dieckmann (SPD), am Montag in Berlin vor. Er soll am 27. September im Bundesrat beschlossen und dann im Bundestag beraten werden. Getragen wird der Antrag von elf der 16 Bundesländer.

Damit würde zugleich jeder dritte bis vierte Jura-Studienplatz wegfallen. Im bundesweit zweitgrößten Studienfach stünden dann nur noch gut 11 000 statt der heute 17 000 Anfängerplätze zur Verfügung. Erreicht würde dies über die Zahl der Studenten pro Professor. Die Justizminister begründen en Abbau mit Verbesserungen der Studienqualität. Zugangsbegrenzungen zur Bedarfslenkung sind in Deutschland rechtlich nicht möglich. Schon seit Jahren gibt es in Jura mehr Bewerber als Plätze.

Studenten sollen künftig nicht nur nach "der Rechtslage" gefragt werden, sondern lernen, nach Interessenlage zu argumentieren und zu beraten. Rund 80 Prozent der Absolventen würden Rechtsanwälte, sagte Dieckmann. Die zweite juristische Staatsprüfung werde auch künftig zum Richteramt, Verwaltungsdienst sowie zum Anwaltsberuf befähigen. Die Zulassung als Anwalt soll nur noch erhalten, wer im Referendariat zwölf Monate bei einem Anwalt ausgebildet wurde. Der Deutsche Anwaltsverein kritisierte, dass die Ausbildung nicht inhaltlich geregelt ist. Damit bestehe die Gefahr der "Pro Forma-Ausbildung". Außerdem könnten die Anwaltspraxen den erwarteten Ansturm von 10 000 Studienabgängern kaum bewältigen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben