Gesundheit : Kalenderblatt: 1865: Der amerikanische Bürgerkrieg ist zu Ende - Die Rebellen sind wieder Landsleute

Ingo Bach

Heute vor 136 Jahren, am 9. April 1865, ging der amerikanische Bürgerkrieg zu Ende. Der Oberkommandierende der Konföderation der sklavenhaltenden Südstaaten, General Robert E. Lee, übergab im Gerichtsgebäude von Appomattox (Virginia) seinen Degen an den Chef der Truppen der Nordstaaten, Ulysses S. Grant. Die Hauptarmee des Südens verfügte gerade noch über 30 000 Mann, Grant befehligte zu diesem Zeitpunkt 115 000 Mann. Lee hatte keine Chance mehr. Einige Tage später kapitulierten die restlichen Einheiten des Südens.

Als Lee die Waffen streckte, brach unter seinen Gegnern ein von Salutschüssen begleiteter Jubel aus, den Grant mit einem einfachen Satz dämpfte, der die Unwirklichkeit dieses Bürgerkrieges auf den Punkt brachte: "Der Krieg ist vorüber! Die Rebellen sind jetzt wieder unsere Landsleute."

Wie so oft vor ihnen und auch nach ihnen rechneten die Gegner 1861 zu Beginn des Krieges mit einem harten, aber kurzen Kampf. Dass daraus vier bittere Jahre werden würden, in denen erbittert um den Fortbestand der Sklaverei im Süden und die Einheit der Union gestritten wurde, war nicht absehbar. Dabei spielte die Zeit für den Norden. Erst dadurch konnte er den größten Vorteil gegenüber den Konföderierten ausspielen: seine wirtschaftliche Überlegenheit. Die Blockadepolitik des Nordens schnürte dem auf den Handel angewiesenen Süden die Luft ab. Außerdem blutete die anfangs erfolgreiche Südstaatenarmee langsam aus. Und der Norden war auch hier überlegen: Den 19 Millionen Bürgern der Union standen nur 9,5 Millionen Südstaatenbewohner gegenüber (davon 3,5 Millionen Sklaven).

Dieser Bürgerkrieg ging als der blutigste Krieg in die Geschichte der USA ein und ist noch heute für sie ein Trauma, denn auf beiden Seiten starben Amerikaner: auf der Seite des Südens 275 000 Soldaten, für den Norden fielen 360 000.

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