Gesundheit : Kalenderblatt: 5000 tote Bauern

Ingo Bach

Heute vor 476 Jahren, am 15. Mai 1525, fand der thüringische Bauernkrieg ein blutiges Ende. Die Schlacht bei Frankenhausen machte allen Hoffnungen der Bauern, ihre Lebenslage zu verbessern, zunichte.

Erst wenige Wochen zuvor war der Aufstand von etwa 100 000 thüringischen Bauern losgebrochen. Im oberen Werratal hatten am 18. April Aufständische Klöster und Landsitze geplündert. Die Bauern wollten sich vor allem von den drückenden Frondiensten für ihre Herren befreien und das Gemeindeland ihrer Dörfer, das die Adligen zunehmend einschränkten, verteidigen.

An der Spitze des Aufstandes stand der Prediger Thomas Müntzer, der 1524/25 in Süddeutschland Erfahrungen mit Bauernunruhen gemacht hatte. Nun wollte er in Thüringen die lokalen Rebellionen in einen allgemeinen Aufstand verwandeln. Sein Ziel: Die politische Macht sollte in die Hände des gemeinen Volkes. Das sei Gottes Wille.

Doch der Erfolg blieb ihm versagt. Die Bauern dachten und handelten lokal begrenzt. Es gelang Müntzer nicht, sie dazu zu überreden, sich gegenseitig gegen die vereinten Heere der Fürsten beizustehen. Die Landsknechte der beiden in Thüringen gegen die Aufständischen kämpfenden Landesherren - Landgraf Philipp von Hessen und Herzog Georg von Sachsen - hatten ein leichtes Spiel bei der Niederschlagung der einzelnen Bauerngruppen. Bei Frankenhausen, wo sich Müntzer mit etwa 8000 Bauern verschanzt hatte, kam es zur Entscheidung.

Am 14. Mai gelang es den Bauern noch, einen ersten Angriff der Fürsten abzuwehren. Sie verbarrikadierten sich in einer Wagenburg. Der Sieg für die Landsknechte kam am folgenden Tag mit einer Hinterlist. Beide Seiten hatten sich auf einen Waffenstillstand geeinigt. Gegen Mittag - die Bauern berieten gerade über die Forderung der Fürsten, den Prediger Müntzer auszuliefern - feuerte das feindliche Heer in die Wagenburg. Die Kanonenkugeln lösten eine Massenpanik aus, die überraschten Bauern wurden einfach überrannt. 5000 starben. Die Verluste im Fürstenheer dagegen waren nur gering. Müntzer wurde lebend gefangengenommen und nach zwölf Tagen grausamer Folter enthauptet.

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