Gesundheit : Kalenderblatt: Der Terror Iwans des Schrecklichen

Ingo Bach

Heute vor 431 Jahren, am 25. Juli 1570, verdiente sich ein russischer Zar endgültig seinen Beinamen: Iwan VI., genannt "Der Schreckliche". Nach mehreren innenpolitischen Terrorwellen ließ der Zar in einer ersten öffentlichen Massenhinrichtung in Moskau Angehörige einer vermeintlichen Opposition grausam exekutieren.

Iwan war zuvor mit ungeheurer Brutalität gegen seine wirklichen und vermeintlichen Gegner unter dem Hochadel und in der Kirche vorgegangen. Dazu schuf er sich ein Instrument, das dem späteren stalinschen NKWD an Willkür und Terror in nichts nachstand: die Opritschina. Dazu rekrutierte der Zar Soldaten aus dem niederen Landadel und stattete sie mit erheblichem Landbesitz aus, den er zuvor dem alten Hochadel, den Bojaren, entrissen hatte. Die etwa 1500 Opritschina-Adligen waren dem Zaren direkt unterstellt und trugen als Zeichen ihrer Zugehörigkeit zu der Elitetruppe eine schwarze, mönchskuttenähnliche Uniform, auf der ein Hundskopf und ein Besen gestickt waren. Zehntausende fielen dem Terror der Opritschina zum Opfer.

Von einer Strafexpedition gegen die angeblich verräterische Stadt Nowgorod im Januar 1570 brachte der Zar Gefangene mit, die hingerichtet werden sollten. Iwan entdeckte in seinem Verfolgungswahn auch in Moskau Hinweise auf eine Verschwörung. Auch diese Menschen waren einem grausamen Tod geweiht. Am 25. Juli begann das grausige Schauspiel. Die Henker zerhackten die Verurteilten, andere wurden mit kochendheißem Wasser übergossen oder enthauptet. 120 Personen kamen an diesem Tag um, eine Woche später folgten weitere 60. Im Moskauer Staat herrschte die Grabesruhe eines unterdrückten Landes: Es war militärisch vergrößert worden, aber innenpolitisch am Boden.

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