Gesundheit : Kalenderblatt: Die Kaiserwürde fest im Blick

Ingo Bach

Heute vor 1065 Jahren, am 7. August 936, begann im Ostfränkischen Reich die Herrschaft der Ottonen. In der Kaiserpfalz Karls des Großen in Aachen versammelte sich der Adel des aus dem karolingischen Frankenreich hervorgegangenen Staates, um Otto I., den man bald den Großen nennen würde, zum König zu erheben.

Otto machte schon mit dem Ablauf der Königskrönung klar, dass er das Reich im Gegensatz zu seinem Vater Heinrich I. (919-936) als Alleinherrscher zu regieren beabsichtigte. Heinrich musste mit seinen Herzögen regieren, Otto wollte auch über sie herrschen. Der neue Herrscher - bei seiner Inthronisierung 23 Jahre alt - setzte ein zeremonielles Krönungsmahl durch, bei dem ihm die Herzöge rituell die Aufwartung machen mussten: der lothringische Herzog hatte als Kämmerer die Oberleitung des Mahles, sein fränkischer Amtskollege war als Truchsess für die Tafel verantwortlich, der schwäbische Herzog diente dem König als Mundschenk und der Herzog von Bayern sorgte als Marschall für das Hoflager. Diese vier Erzämter sollten über Jahrhunderte hinweg fester Bestandteil der Krönungen deutscher Könige werden. Nach der weltlichen Erhebung durch den Adel begab sich Otto in die Pfalzkapelle, wo er von den Erzbischöfen von Mainz und Köln zum "König von Gottes Gnaden" gesalbt wurde. Bis zum Ende seiner Regierungszeit (973) schlug Otto mehrere Aufstände des Adels gegen sein Regime nieder, wehrte die Bedrohung durch ungarische Reiterhorden ab und dehnte das Reich wesentlich aus. In drei Italienfeldzügen eroberte der König große Teile der Halbinsel und brachte den Papst dazu, ihn am 2. Februar 962 zum Kaiser zu krönen.

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