Gesundheit : Kalenderblatt: Die Wehrmacht hilft Stalin

Ingo Bach

Heute vor 57 Jahren, am 2. Oktober 1944, endete der polnische Versuch, sich - zumindest mit einem symbolischen Akt - selbst von der deutschen Besetzung zu befreien: Der Warschauer Aufstand scheiterte.

Angesichts der absehbaren Niederlage Hitlerdeutschlands, der auf Warschau vorrückenden Roten Armee und der erhofften Hilfslieferungen seitens der westlichen Alliierten entschloss sich das Oberkommando der polnischen Untergrundarmee am 1. August 1944 zu einem offenen Aufstand gegen die deutschen Besatzer Warschaus, die sich bereits auf eine Evakuierung einstellten. Die insgesamt 36 000 polnischen Soldaten waren schlecht ausgerüstet mit einem Sammelsurium an Infanteriewaffen. Sie lieferten den Deutschen, die SS-Truppen zur Verstärkung heranführten, einen monatelangen Häuserkampf. Doch es kam keine Hilfe. Die sowjetischen Soldaten, die sich bis in die östlichen Vororte Warschaus herangekämpft hatten, sahen dem Massaker tatenlos zu. Stalin hatte kein Interesse an einer polnischen Befreiung aus eigener Kraft.

Schließlich kapitulierten die Aufständischen. 16 000 polnische Gefallene standen 2000 gefallenen Deutschen gegenüber. Über 160 000 Zivilisten sollen während des Aufstandes ums Leben gekommen sein. Nach der Kapitulation befahl der Reichsführer SS, Heinrich Himmler, Warschau zu "pazifizieren". Die SS-Leute machten die Stadt dem Erdboden gleich. Die verbliebene Bevölkerung - etwa 500 000 Menschen, darunter ein Großteil der bürgerlichen Elite - wurde deportiert. Die Deutschen besorgten damit Stalins Geschäft, der ohne ernsthafte Opposition aus Polen einen kommunistischen Satellitenstaat machte.

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