Gesundheit : Kalenderblatt: Konstantinopel profitierte von Roms Niedergang

Ingo Bach

Heute vor 1721 Jahren, am 27. Februar 280, kam in Naissus (unweit des heutigen Sofia) ein Junge zur Welt, der einst als römischer Kaiser nicht nur die Spätzeit des Imperiums entscheidend prägen sollte. Er beeinflusste die Geschichte der gesamten Christenheit: Konstantin I., genannt der Große.

Konstantin war der Sohn des Constantius, der als einer von zwei Hauptkaisern den Westen des Reiches regierte. Wie schon sein Vater stand Konstantin den Christen, die Diokletian gnadenlos verfolgte, tolerant gegenüber. Doch bei der bloßen Toleranz sollte es nicht bleiben. Nach dem Tode seines Vaters (306) entbrannte im Reich ein Kampf um die Alleinherrschaft. An dessen Ende im Jahre 324 hatte Konstantin tatsächlich alle Macht in seiner Hand vereint - der Legende nach mit Hilfe des Christengottes. So soll ihm vor der entscheidenden Schlacht gegen seinen Rivalen Maxentius an den Milvischen Brücken bei Rom (312) die Vision eines Kreuzes den Sieg versprochen haben. Konstantin siegte tatsächlich - und konvertierte.

Über die lobhudelnden Berichte christlicher Chronisten hinaus gibt es dafür allerdings keine Belege. Sicher scheint, dass Konstantin dem Christentum nahe stand und es zum Zwecke der Machtsicherung einzusetzen gedachte. Er machte das Christentum zur Staatsreligion, ohne jedoch die alten Kulte zu verbieten. Der Kaiser blieb bis kurz vor seinem Tode im Jahr 337 ein Heide. Erst als er zu Beginn eines Feldzuges in Kleinasien den Tod nahen fühlte, ließ er sich taufen.

Konstantin gab dem Römerreich nicht nur eine neue Staatsreligion, sondern auch ein neues Zentrum. Wegen der ständigen Bedrohungen durch die Germanen, die gegen die Rheingrenze anrannten, ließ der Imperator bei der Stadt Byzanz am Bosporus ab 324 eine neue Hauptstadt errichten, die schon sechs Jahre später geweiht wurde: Konstantinopel. Der Niedergang Roms hatte begonnen.

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