Gesundheit : Kalenderblatt: Mit einem Trick zum Sieg

Ingo Bach

Heute vor 243 Jahren, am 5. Dezember 1757, wurde die größte Schlacht des Siebenjährigen Krieges geschlagen - bei Leuthen in Schlesien; also der österreichischen Provinz, die sich der Preußenkönig Friedrich II., genannt der Große, anzueignen wünschte. Das zweite Jahr in Friedrichs Krieg mit fast dem gesamten europäischen Kontinent - als einzige starke Macht war England mit Preußen verbündet - hatte mit verlustreichen Siegen und harten Niederlagen für Friedrich ungünstig begonnen. Nun sollte es mit zwei glänzenden Erfolgen enden.

Einen Monat vor Leuthen, am 5. November, hatte die preußische Armee beim westsächsischen Roßbach eine zahlenmäßig fast dreifach überlegene Truppe aus Franzosen und Soldaten des Deutschen Reiches in die Flucht geschlagen. Bei Leuthen stand Friedrichs Armee wieder einem stärkeren Gegner gegenüber: 30 000 Preußen gegen 80 000 Österreicher.

Der Preußenkönig siegte trotzdem - durch einen Trick. Zum Schein griff er den rechten Flügel der Österreicher an, bog aber im letzten Augenblick weiter nach rechts ab. Die Österreicher folgten den sich entfernenden Preußen. In dem Augenblick rannte Friedrich mit seinem Hauptheer gegen den linken Flügel an. Der Angriff kam mit so großer Wucht, dass die durch den Scheinangriff gedehnte Schlachtordnung der Österreicher zerriss, sie mussten sich geschlagen geben. Über 13 000 Soldaten starben, Friedrich machte 20 000 Gefangene.

Napoleon kommentierte später das Treffen von Leuthen so: "Diese Schlacht ist ein Meisterwerk der Bewegungen, des Manövers und der Entschlossenheit; sie allein würde genügen, um Friedrich unsterblich zu machen und ihm einen Rang unter den größten Feldherren zuzuweisen." Genützt hat es ihm allerdings nichts, die Kräfte der feindlichen Staatenkoalition waren ungebrochen. Es dauerte noch fast sechs Jahre, in denen Preußens Existenz oft auf dem Spiele stand und der König an Selbstmord dachte, bis Friedrich II. seine schlesische Beute gesichert hatte.

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