Gesundheit : Kalenderblatt: Populäre Scheiben

Ingo Bach

Gestern vor 114 Jahren, am 8. November 1887, erteilte das Deutsche Reich einer folgenreichen Erfindung das Patent: dem Grammophone und mit ihm auch der Schallplatte. Der Erfinder: Emil Berliner. Berliner war 1858 in Hannover geboren worden, wanderte aber 1870 in die USA aus.

Zehn Jahre lang bastelte Berliner an seiner Idee, die auf einer Scheibe zur Schallaufzeichnung basierte. Die Schallwellen wurden horizontal in eine dünne Wachsschicht gekratzt, die auf einer Zinkplatte aufgetragen war. Anschließend tauchte Berliner die Platte in ein Säurebad, und ätzte so die wachsfreien Schalllinien in das Metall.

Bei seinen Arbeiten fand er auch heraus, dass sich der beste Schalleindruck bei einer Abtastgeschwindigkeit von 70 Umdrehungen pro Minute einstellte. Berliners späterer Konkurrent, der Erfinder Thomas Alva Edison, setzte dagegen mit seinem 1878 patentierten Phonographen auf eine Wachswalze - die immer wieder bespielt werden konnte.

Die Schallplatte war nur einmal bespielbar, dafür aber unbegrenzt kopierbar, denn man konnte von der Zinkform, der Masterplatte, Abgüsse aus Hartgummi herstellen. Von Edisons Walze gelang das erst ab 1903. Dem Vorteil der Schallplatte standen zunächst gravierende Nachteile gegenüber, die den wirtschaftlichen Erfolg des Grammophons zunächst arg einschränkten. Zum einen war die Abspieldauer mit nur einer Minute extrem kurz, zum zweiten wurden die ersten Grammophone mit einer Handkurbel angetrieben. Die Walzen-Konkurrenzprodukte verfügten bereits über einen zuverlässigen Federantrieb.

Es dauerte noch Jahrzehnte, bis Berliners Grammophone seinen großen Konkurrenten Phonograph vom Markt verdrängen konnte, vor allem deshalb, weil man auf ihnen dauerhaft die Musik konservieren konnte und mit dem neuen Plattenmaterial - Schellack - einen bessere Tonqualität erreichte.

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