Gesundheit : Kalenderblatt: Preußens Erstschlag ermutigt seine Feinde

Ingo Bach

Heute vor 245 Jahren, am 29. August 1756, fiel Preußens König Friedrich II., der Große, in Sachsen ein und eröffnete damit den Siebenjährigen Krieg. Friedrich hatte in den 1740er Jahren in zwei Kriegen der deutsch-österreichischen Kaiserin Maria Theresia Schlesien entrissen - was diese ihm nicht verzieh. Sie schmiedete eine Koalition, um das "Monstrum in Berlin" zu zähmen. Die Großmächte Frankreich und Russland fanden sich an der Seite Österreichs zusammen. Auch Sachsen - formal neutral - war de facto mit den Habsburgern verbündet. Zu Preußen stand nur England, wegen des Gegensatzes zu Frankreich, mit dem es sich in Nordamerika einen Kampf um die Kolonien lieferte.

Österreichs Allianz trat an mit dem erklärten Ziel, Preußen in den (schwachen) Stand eines Kurfürstentums des 16. Jahrhunderts zurückzukatapultieren. Im August 1756 schlug Friedrich zu, um dem Angriff seiner Feinde zuvorzukommen. Er stieß ins sächsische Herzland vor, schnitt Sachsens Armee bei Pirna von jeder Versorgung ab und trieb den sächsischen Kurfürsten auf den Königsstein. Mit diesem Überraschungscoup riss Friedrich zwar die Initiative an sich, gleichzeitig räumte er aber auch alle Hemmungen bei seinen Gegnern zur Seite, Preußen zu bekämpfen. Sieben Jahre lang rangen die Parteien mit wechselndem Kriegsglück, und nur das "Mirakel des Hauses Brandenburg", das in Preußens höchster Bedrängnis Russland aus der antipreußischen Allianz ausscheiden ließ, rettete Friedrich vor dem Untergang. Am Ende des Krieges 1763 stand der Status Quo des Vorkrieges.

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