Gesundheit : Kalenderblatt: Samurai greifen nach der Macht in Japan

Ingo Bach

Vor 808 Jahren, am 21. August 1192, begann im japanischen Kaiserreich eine neue Ära: das Shogunat. An der Spitze des Reiches stand ab sofort ein Militärdiktator, der Shogun, der über ein Heer ihm treu ergebener Krieger gebot, den Samurai. Formell war der Shogun zwar dem Kaiser unterstellt, doch da das Amt des Militärbefehlshabers erblich war und der Kaiser über keine eigenen Truppen verfügte, degradierte der Shogun den Herrscher zur Marionette.

Der erste Shogun, Minamoto no Yoritomo, war Oberhaupt einer der beiden mächtigsten Kriegerfamilien Japans. Konkurrentin im Kampf um die Macht war die Familie der Taira, die zunächst im Vorteil schien. Nach einer missglückten Rebellion der Minamoto gegen den Kaiser 1160 gelang es den Taira, am Kaiserhof in Kyoto Fuß zu fassen und den Beamtenapparat zu unterwandern.

Yoritomo wählte einen anderen Weg: Nach dem missglückten Aufstand zog er sich in seine Provinzen zurück und installierte eine Parallelverwaltung neben den kaiserlichen Beamten.

Der Kaiser beäugte den wachsenden Einfluss der Taira mit Argwohn. Im Jahre 1180 ersuchte er die Minamoto um Hilfe und erteilte deren Oberhaupt weitreichende Vollmachten, unter anderem die, eine Kriegssteuer zu erheben. Nach fünfjährigem Bürgerkrieg errang Yoritomo 1185 die Oberhand über die Taira und wurde zum Dank vom Kaiser zum obersten Befehlshaber der Armee (Shogun) ernannt. Am 21. August 1192 wurde dieses Amt auf Lebenszeit und erblich verliehen. In den folgenden Jahren bis zu seinem Tod 1199 baute der Shogun seine Macht immer weiter aus zu einem feudalistischen System, das auf die leihweise Überlassung von Land gegen Dienstverpflichtung (Lehen) basierte. Die Heimatstadt der Minamoto, Kamakura an der Ostküste der japanischen Hauptinsel, wurde später zum eigentlichen Machtzentrum - neben der Kaiserstadt Kyoto.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben