Gesundheit : „Kein Platz für die Verweigerer“

FU-Mediziner stellen sich hinter die Fusion mit der Charité

Felix Serrao

Schwierig, aber möglich – so lautet das Urteil von UKBF-Dekan Martin Paul über die bevorstehende Fusion der Hochschulmedizin in Berlin. Seine Prognose: Das geplante „Zentrum für universitäre Medizin Berlin“, zu dem die Medizin-Fachbereiche der Freien und der Humboldt-Universität zusammengeführt werden sollen, kann trotz „gravierender“ Einschnitte leistungs- und konkurrenzfähig werden, erläuterte Paul am Mittwoch bei einer Pressekonferenz am Klinikum Benjamin Franklin (UKBF).

Die Einschnitte sind unumgänglich, da die Hochschulmedizin mit der Fusion Einsparungen in Höhe von 98 Millionen Euro im Jahr erbringen muss. So hat es ihnen der Berliner Senat auferlegt. Dazu sollen gemeinsame Schwerpunkte gebildet werden. Der Prodekan für Forschungs an der FU, Rudolf Tauber, hält die Fusion auch deshalb für machbar, weil Forschung im Verbund international längst üblich ist. Schon der „beinharte Wettbewerb“ zwischen den medizinischen Fakultäten in Deutschland zwinge auch Berlin, „als Einheit zu denken“.

Paul plädierte dafür, die Veränderungen so schnell wie möglich anzugehen – falls der Wissenschaftsrat im Januar dafür grünes Licht gibt. Paul: „Die Verweigerer sollten dann keinen Platz mehr haben.“ Es komme darauf an, die Stärken der beiden Fakultäten zu erhalten und sinnvoll zu ergänzen.

Die neue Fakultät kann nach Paul’s Meinung schon in einem Jahr „startklar“ sein. Voraussetzung für die Fusion sei auch eine Änderung des Universitätsmedizin-Gesetzes. Damit hänge alles vom Tempo der Politik ab.

Für Kritik von Mitarbeitern der Charité, die zur Humboldt-Universität gehört, äußerte Paul Verständnis. Denn dort steht nun die Schließung des Virchow-Klinikums als Hochschulstandort zur Debatte, nachdem dieses Schicksal vom UKBF abgewendet ist. Nach Gesprächen auf „fachlicher Ebene“ geht Paul aber davon aus, dass potenzielle Partner zur Zusammenarbeit bereit ist. Der Dekan und seine Kollegen dringen allerdings darauf, dass die Verhandlungen mit dem großen Partner Charité und Virchow-Klinikumüber die Fusion gleichberechtigt und „auf Augenhöhe“ ablaufen.

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