Gesundheit : Keine Entlastung bei Behandlungsfehlern Arzt allein verantwortlich

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Ärzte haften auch dann für Behandlungsfehler, wenn sie von ihren Patienten ausdrücklich zur Anwendung der falschen Methode gedrängt worden sind. Das hat das Oberlandesgericht Karlsruhe in einem am Montag veröffentlichten Urteil entschieden. Das Gericht sprach einem jungen Mann ein Schmerzensgeld von 25 000 Euro sowie den Ersatz des entgangenen Arbeitslohns zu.

Der Kläger war zwischen 1993 und 1997 insgesamt acht Mal mit einer speziellen Lasermethode an den Augen operiert worden, um eine seit seiner Kindheit bestehende starke Weitsichtigkeit zu beheben. Inzwischen ist die Hornhaut an beiden Augen teilweise vernarbt und seine Sehfähigkeit so stark beeinträchtigt, dass nicht einmal eine Brille den Fehler korrigieren kann.

Nach den Worten des Gerichts hat der im Raum BadenBaden ansässige Arzt unverantwortlich gehandelt, weil er – nach einem ersten erfolglosen Versuch – die Behandlung im Februar 1994 wiederholte. Die so genannte „photorefraktive Keratektomie“, mit der die Hornhaut durch Laser teilweise abgetragen wird, um den Brechungswinkel zu verändern, sei damals noch nicht wissenschaftlich anerkannt gewesen. (Aktenzeichen: 7 U 102/01 vom 11. September 2002) dpa

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