Gesundheit : Kinderschutz: Armut behindert das Lernen

Soziale Benachteiligung und Armut hemmen Kinder nach Auffassung des Deutschen Kinderschutzbundes deutlich beim Lernen. "Die niederschmetternden Ergebnisse der "Pisa"-Studie machen deutlich, dass dies in Deutschland die Bildungsbarrieren Nr. 1 sind", sagte Bundesgeschäftsführer Walter Wilken. Viele Kinder aus ärmeren Schichten schämten sich. "Scham aber blockiert die Lernfähigkeit, hemmt das Denken und die persönliche Ausdrucksfähigkeit." Deshalb müsse "Schluss sein mit der Diskriminierung von Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern."

Die Studie zeigt, dass die Unterschiede beim Lesen "zwischen 15-Jährigen aus Familien der Ober- und Unterschicht in keinem Land so groß sind wie in der Bundesrepublik". Selbst in den USA, oft als Beispiel für soziale Ungleichheit angeführt, seien sie weniger ausgeprägt, sagte Wilken. Auch die Leistungen in anderen Fächern hingen aber von den Lesefähigkeiten ab. Daher müsse beim Lesen angesetzt werden. Die Politik sei vielfach "hilflos, reagiert in Schnellschüssen, statt zu registrieren, was in der Schule tatsächlich los ist".

0 Kommentare

Neuester Kommentar