Gesundheit : "Klangrevolution": Viel Geld für etwas, das man kaum hört

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Also früher, als die Ohren noch prima funktionierten, musste man mit einer Audiotechnik auskommen, die klang, als rühre man mit einem Spaten eine Menge Glasmurmeln in einem Zinkblecheimer um. Inzwischen macht die Hardware alle fünf Jahre Entwicklungssprünge, die vermutlich nur noch von Fledermäusen honoriert werden könnten - besäßen sie jenes Geld, das für einen Kauf einer adäquaten Anlage nötig ist.

Nicht ohne Grund jedenfalls beginnt im Februar-Heft der Stiftung Warentest der Text über die Super-Audio-CD und die DVD-Audio mit den Worten "Normalverbraucher bitte weghören". Denn wer die "Klangrevolution" ausschöpfen wolle, brauche "eine sehr gute HiFi-Anlage" (Preis so um die 100 000 Mark) und "ein hervorragendes, geschultes Gehör".

Und selbst dann war es der superohrigen Testcrew ("einschlägig vorbelastete Musikhörer") nur schwer möglich, die Unterschiede zwischen einem guten CD-Player, dem Super-Audio-Player von Sony (SCD-XB 940) und dem DVD-Spieler von Panasonic (DVD-A 7) herauszuhören. Mehr als die Hälfte aller Hördurchgänge endeten ohne eindeutiges Ergebnis. Immerhin wurde der Super-CD-Player mit einer Nuance Abstand als besser empfunden.

Im Wettbewerb um den Kunden dürfte dennoch das DVD-System das Rennen machen: Mit Preisen von jeweils 2000 Mark unterscheiden sich die Systeme nicht, doch ist die DVD-Technik kompatibler. Hier kann man nicht nur herkömmliche CDs - wie beim Super-Gerät auch - abspielen, sondern zusätzlich noch DVD-Filme. Überdies bietet die DVD-Technik (derzeit noch allein) die Möglichkeit, Audioanlagen für digitalen Raumklang zu speisen. Hierfür werden freilich fünf Lautsprecher sowie die erforderliche Verstärkertechnik benötigt.

Dieser Zugewinn an "Räumlichkeit" im Klangbild wiederum lohne sich, betonten die Warentester. Der Unterschied zwischen Stereo und Fünfkanalton sei zwar geringer als der zwischen Mono und Stereo, doch schaffe der Raumklang-Modus eben jenes Gefühl, mitten im Konzertsaal zu sitzen. Voraussetzung dafür ist freilich "eine akribische Decorder-Einstellung am Verstärker".

So viel zur Hardware. Aber an passender Software mangelt es vor allem noch bei den DVD-Audios. Und die Preise für die neuen Scheiben liegen auch noch weit oben, zwischen 50 und 65 Mark.

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