Gesundheit : Klein, aber pfiffig: das Kolibri-Gehirn

-

Kameramänner hätten allen Grund, auf Kolibris neidisch zu sein, denn die kleinen, flinken Vögel können so ruhig in der Luft schweben, dass vor ihren Augen nichts verwackelt. Das liegt daran, dass bei Kolibris eine Region im Gehirn besonders stark entwickelt ist, die auch unter schwierigen Umständen für ein ruhiges Bild sorgt, wie kanadische Neurowissenschaftler beim Vergleich der Gehirne von 35 Vogelarten entdeckten.

Ungeachtet der Winzigkeit des Kolibrigehirns sei der Unterschied offensichtlich, erklärt Doug Wong-Wylie von der Universität Alberta. Vermutlich verfügen die Vögel über eine exzellente Körper-Auge-Koordination, was eine Voraussetzung für ihre Fähigkeit ist, über längere Zeit auf der Stelle zu schweben und Nektar aus Blüten zu trinken.

Wong-Wylie und Kollegen verglichen Gehirn-Schnitte von neun Kolibri- und 28 anderen Vogelarten. Besonders interessierten sie sich für das „akzessorische optische System“. Diese Region verknüpft Signale aus den Augen mit Information aus Gleichgewichts- und anderen Körpersinnen, um letztlich das Netzhautbild stabil zu halten. Gemessen an der Gesamtmasse, ist ein Teil dieses für das Schweben zuständige Areals bei Kolibris bis zu fünfmal größer als bei anderen Vögeln, berichten die Forscher im „Journal of Comparative Neurology“ (Band 500/2, Seite 211).

Die weltweit etwa 330 Kolibri-Arten leben ausschließlich in Nord- und Südamerika. Die Vögel schwirren mit bis zu 80 Flügelschlägen pro Sekunde durch die Luft und können so auch seitwärts und rückwärts fliegen. Dabei verbrauchen sie so viel Energie, dass sie ihren Stoffwechsel nachts beim Schlafen drosseln müssen, um nicht zu verhungern. jkm/dal

0 Kommentare

Neuester Kommentar