Gesundheit : Kleinstaaterei in der Forschung?

Kleinstaaterei in der Forschungspolitik hat die EU-Kommission den Ländern der Europäischen Union vorgeworfen. "Die Mitgliedstaaten haben große Probleme damit, über ihren nationalen Suppentellerrand hinauszusehen", kritisierte eine Sprecherin von EU- Forschungskommissar Philippe Busquin Ende Oktober in Luxemburg beim Treffen der EU-Forschungsminister. Diese berieten dort über Vorschläge für das milliardenschwere Forschungs-Rahmenprogramm 2002, mit dem sich Europa zum weltweit attraktivsten Forschungsraum entwickeln soll.

"Mit Klein-Klein können wir nicht gegen die USA und Japan konkurrieren", sagte die Sprecherin weiter. Nach Angaben Busquins ist die mangelnde grenzüberschreitende Kooperation bei der öffentlichen wie industriellen Forschung ein Grund dafür, dass Europa oft nicht mit Wettbewerbern aus Asien und Amerika Schritt halten kann. Die Vereinigten Staaten und auch Japan gäben etwa drei Mal mehr für Forschung aus als der EU-Durchschnitt. Das vorgeschlagene Forschungs-Rahmenprogramm soll mit einem Budget in Höhe von 17,5 Milliarden Euro (35 Milliarden Mark) ausgestattet werden. Das sind 17 Prozent mehr als im derzeitig laufenden Programm der Union. Der "Europäische Raum für Forschung und Innovation" soll wissenschaftliche Ressourcen bündeln und Hindernisse für die Mobilität von Forschern abbauen. Oftmals arbeiteten Wissenschaftler in verschiedenen EU-Staaten getrennt und ohne Absprache an identischen Projekten. "Wir müssen aufhören, Geld doppelt für die gleichen Forschungsarbeiten auszugeben", sagte die Kommissionssprecherin.

In dem Vorschlag der Brüsseler Behörde wird die Konzentration auf bestimmte Forschungsgebiete vorgeschlagen. Dazu gehören die Genomforschung und Biotechnologie zur Bekämpfung von Krankheiten ebenso wie vor dem Hintergrund der BSE-Krise der Bereich Lebensmittelsicherheit.

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