Gesundheit : Klima: Schmelzwasser stellte Europas Heizung ab

RHK

Mindestens drei Mal hat am Ende der letzten Eiszeit das in den Nordatlantik fließende Schmelzwasser des riesigen Gletschers über Kanada die Meeresströme in diesem Ozean unterbrochen und damit das Klima kräftig abgekühlt. Dies berichten Peter Clark von der Oregon State University und seine Kollegen jetzt im Fachmagazin Science (Band 293, Seite 283).

Bisher war ein solcher Zusammenhang nur von der "Jüngeren Dryas"-Epoche vor 12 800 bis 11 500 Jahren bekannt. Damals änderte sich abrupt der Abfluss des Schmelzwassers, als die zurückweichenden Eismassen den Weg nach Osten freigaben. Statt über das Mississippi-Tal nach Süden schossen die Fluten nun über das Tal des St.-Lorenz-Stromes in Richtung Atlantik. Die riesigen Mengen Süßwasser reduzierten den Salzgehalt kräftig. Dadurch konnte das Wasser nicht mehr auf den Grund des Ozeans sinken und nach Süden abfließen.

Damit fiel gleichzeitig der Golfstrom aus, der Europa wärmt und gleichzeitig das sonst nach Süden fließende Wasser ersetzt. Eine längere Kälteperiode war die Folge, die Gletscher rückten wieder vor und verschlossen nach einiger Zeit den Abfluss des Schmelzwassers nach Osten wieder. Erneut wurde das Klima wärmer.

Als die Forscher jetzt die Abflussraten des Schmelzwassers über das Mississippi-Tal und den St.-Lorenz-Strom genau ermittelten, stellten sie fest, dass vor 10 300 bis 8400 Jahren erneut die Gletscher so weit zurück gewichen waren, dass der Strom nach Osten frei wurde. Genau zu dieser Zeit verringerten sich auch die Tiefenströme im Nordatlantik erneut. Auch vor 8200 bis 7800 Jahren floss das Schmelzwasser wieder über den St.-Lorenz-Strom, die Tiefenströme nahmen ab und die Temperaturen in Europa gingen zurück. Damit scheint der Zusammenhang zwischen dem Einfließen von Süßwasser in den Nordatlantik und abrupten Kälteperioden in dieser Region bewiesen.

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