Gesundheit : Klimaveränderung: Der ewige Schnee taut

Thomas De Padova

Der ewige Schnee auf dem Gipfel des Kilimandscharo war für den Schriftsteller Ernest Hemingway noch ein Symbol der Unsterblichkeit. Nun schmilzt der Schnee dahin. Mehr als 80 Prozent des Eises auf Afrikas höchstem Berg sind seit Beginn des 20. Jahrhunderts verschwunden. Bei anhaltender Erwärmung könnte innerhalb der kommenden beiden Jahrzehnte auch der Rest wegtauen.

Der Geologe Lonnie Thompson von der Ohio State University und seine Kollegen haben das Ausmaß des Verlustes ermittelt. Seit 1912 ist das Eis demnach um 82 Prozent, allein seit 1989 um 33 Prozent zurückgegangen. Und im Februar registrierten die Forscher an mehrerem Messstationen, dass die 20 bis 50 Meter dicke Eisschicht bereits im Verlaufe eines einzigen Jahres einen Meter geschrumpft war. "Es wird nicht mehr viele Jahre wie dieses dauern, bis die Eisfelder ganz und gar geschmolzen sein werden", berichtete Thompson kürzlich beim Treffen der Amerikanischen Vereinigung zur Förderung der Wissenschaften in den USA.

Gletscher und Schnee in Hochlagen der äquatornahen Gebiete der Erde reagieren besonders empfindlich auf die weltweite Erwärmung. Thompson und seine Kollegen können ähnliche Befunde etwa für Gegenden in den peruanischen Anden vorlegen. Dort gehen Gletscher heute 30mal schneller zürück als noch in den 60er und 70er Jahren. Das habe auch direkte Konsequenzen für die Forschung, kommentiert das Wissenschaftsmagazin "Science" (Bd. 291, S. 1690). Ohne Eisbohrungen in den tropischen Regionen werden Klimatologen die Geschichte der El-Niño-Klimaereignisse nicht mehr rekonstruieren können.

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