Gesundheit : Klimawandel bedroht eine Million Tier- und Pflanzenarten

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Infolge der Klimaerwärmung könnten bis zu einem Viertel aller Landtiere und pflanzen aussterben. Über eine Million Arten drohten bis zum Jahr 2050 von der Erde zu verschwinden, falls der Treibhausgas-Ausstoß nicht weltweit drastisch reduziert werde, berichtet ein internationales Team im Fachmagazin „Nature“ (Bd. 427, S. 145).

An der bisher umfangreichsten Studie zu diesem Thema haben Forscher aus fünf Kontinenten mitgearbeitet. Sie haben die Folgen einer globalen Erwärmung für 1100 Tier- und Pflanzenarten untersucht. Je nach Anstieg der Temperaturen in den kommenden Jahrzehnten werden 15 bis 37 Prozent von ihnen aussterben, schließen die Forscher.

„Wenn diese Berechnung weltweit verallgemeinerbar ist und somit auf andere Tiere und Pflanzen zutrifft, dann bedeutet das, dass weit über eine Million Arten in Folge des Klimawandels vom Aussterben bedroht sind“, sagt Teamleiter Chris Thomas von der Universität Leeds. Für Europa sagen die Forscher bei ungestoppter Erderwärmung das Aussterben von einem Viertel der Vogelarten voraus. Unter anderen werde etwa der Rote Milan verschwinden.

Die Forscher hatten sechs der artenreichsten Regionen der Welt untersucht, darunter Gebiete in Australien, Mexiko, Europa und Südafrika. Da keine exakte Vorhersage des Klimawandels möglich ist, spielten die Wissenschaftler drei Szenarien der Erderwärmung bis 2050 durch. Mit Hilfe von Computermodellen wurde der Einfluss auf bestimmte Pflanzen, Säugetiere, Vögel, Reptilien und Schmetterlinge vorhergesagt.

Darüber hinaus ist durch den weltweiten Trend zur Naturmedizin bis zu einem Fünftel aller dafür genutzten Pflanzen bedroht. Zwei Drittel dieser Pflanzen würden wild gesammelt und nicht in Kulturen neu angepflanzt, berichtet Alan Hamilton von der Umweltschutzorganisation WWF. dpa

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