Gesundheit : Klinik-Fusion: Benjamin-Franklin und Charité unter einem Dach?

Die PDS plädiert für die Zusammenlegung der beiden Universitätsklinika Benjamin-Franklin und Charité. Mit der Fusion könnten die geforderten Einsparungen sinnvoller erbracht werden als durch "Kürzungen nach dem Rasenmäherprinzip", sagte der PDS-Fraktionsvorsitzende Harald Wolf am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Einsparungen sollen dabei hauptsächlich durch geringere Verwaltungskosten erzielt werden.

Die Hochschulmedizin habe erheblichen "strukturellen Reformbedarf" und Einsparpotenziale. Die bisher von den Hochschulklinika geforderten Einsparungen von 150 Millionen Mark in den Jahren 2003 bis 2005 könnten "in den vorhandenen Strukturen" aber nicht realisiert werden.

Das Klinikum Benjamin-Franklin in Steglitz gehört bisher zur Freien Universität, die Charité mit ihrem Hauptstandort in Mitte zur Humboldt-Universität. Die PDS-Fraktion will nun in der Hochschulmedizin eine "Struktur für die ganze Stadt" schaffen. Ob das künftige "Einheitsunternehmen" Universitätsklinika in Ost oder West angesiedelt werden soll, wollten die PDS-Politiker allerdings nicht prognostizieren. Dies solle eine Expertenkommission bestimmen, erläuterte der Hochschulpolitiker Benjamin Hoff. Die PDS will allerdings nach eigenem Bekunden am Bettenhaus der Charié festhalten. Erhalten und ausweiten will sie auch den Reformstudiengang Medizin an der Charité. Offen blieb, ob ein fusioniertes Kilinikum privatisiert werden oder eine andere Rechtsform bekommen soll. Betriebsbedingte Kündigungen schloss Wolf dagegen "unter allen heute denkbaren Bedingungen" aus. Der Personalabbau solle vielmehr durch "künftig-wegfallende" Stellen, Teilzeit und Altersteilzeit realisiert werden.

Wie dann allerdings bei einer Fusion Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe zusammenkommen sollen, blieb unklar. Zu dem Konzept gehört es aber auch, unproduktive Forschung abzubauen. Vorhergehen soll eine Evaluierung.

Bei den Verhandlungen um die Hochschulverträge haben sich Politik und Universitäten nach Hoffs Worten auf die Einsetzung einer Expertenkommision geeinigt, die bis zum 30. September nächsten Jahres einen Bericht über die Hochschulmedizin in Berlin vorlegen soll.

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