Gesundheit : Kohlendioxid-Ausstoß: Der Wald schluckt nicht beliebig viel CO2

Der vom Menschen verursachte Anstieg von Kohlendioxid in der Luft lässt Bäume nur dann schneller wachsen, wenn ausreichend Nährstoffe und Wasser zur Verfügung stehen. In der bisher größten Studie über die Auswirkungen der steigenden CO2

Konzentration auf Wälder zeigten amerikanische Forscher, dass diese nicht automatisch als Speicher für das Treibhausgas wirken.

Ram Oren und seine Mitarbeiter von der Duke Universität in Durham beobachteten von 1996 an die Folgen gezielter CO2

Anreicherungen. Dazu hatten sie mehrere, insgesamt 700 Quadratmeter große Probeflächen mit jungen amerikanischen Kiefern (Pinus taeda) ausgewählt. Die Kiefern wuchsen inzwischen bis zu 15 Meter hoch.

Die Forscher fanden heraus, dass zusätzliches CO2

die Bäume nur kurzfristig besser wachsen lässt. Nach drei Jahren normalisiert sich das Wachstum wieder. Lediglich bei zusätzlicher Stickstoffdüngung wurden die Bäume beständig größer und speicherten den Kohlenstoff in ihrem Holz. Dieser Effekt zeigte sich vor allem in feuchten Jahren. Dies bedeutet, dass zusätzliches Kohlendioxid in der Luft nur dann zu einer starken Speicherung führt, wenn andere begrenzende Faktoren, vor allem Stickstoff, in ausreichendem Maße vorhanden sind.

An den gleichen Versuchsflächen beobachtete Orens Kollege William Schlesinger, dass das reichere CO2

Angebot kaum und allenfalls für kurze Zeit zu einer Vermehrung organischen Materials in abgestorbenen Blättern und im Boden führte. Gerade die Speicherfähigkeit der Waldböden ist ein kritischer, bisher unbekannter Faktor bei der Abschätzung, wie viel CO2

die Wälder der gemäßigten Regionen aufnehmen können. Die Anerkennung von Waldflächen als Speicher für Kohlendioxid und die mögliche Verrechnung mit Maßnahmen zur Verringerung von Treibhausgasen gehören zu den Hauptstreitpunkten bei den internationalen Verhandlungen zum Klimaschutz.

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