Gesundheit : Kokaintest an 4000 Jahre alten Mumien Das Technikmuseum widmet sich dem „Phänomen Haar“

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„Wenn ich das wüsst‘, warum mein Haar so ist“, heißt es im Musical „Hair“, das derzeit in Berlin ein Revival erlebt. Wer es wirklich wissen will, findet wissenschaftlich erhärtete Antworten ab heute im Deutschen Technikmuseum Berlin. Dort wird eine Ausstellung der Pariser „Cité des sciences et de l’industrie“ und der Firma L’Oréal gezeigt, die zwischendurch schon in Lissabon und Den Haag zu sehen war.

Man kann dort zum Beispiel erfahren, dass menschliche Haare Individualisten sind: Jedes von ihnen hat seinen eigenen Wachstumsrhythmus, wie die CharitéDermatologin Ulrike Blume-Peytavi gestern beim Presse-Rundgang erläuterte. Verfeinerte Vergrößerungstechniken und Labormethoden ermöglichen inzwischen immer genauere Einblicke in die elastischen, geschmeidigen und porösen Gebilde aus horniger Substanz. So interessiert sich das Kompetenzzentrum für Haare und Haarerkrankungen der Charité dafür, wie Medikamente oder Wirksubstanzen in Haut und Haar eindringen. Auch Haarausfall oder verstärkte Körperbehaarung werden erforscht.

Nicht immer reicht die Wachstumsphase, jedes Haar so lang wachsen zu lassen wie Rapunzels Zopf. Und nicht das einzelne Haar ist grau, auch wenn der gesamte Haarschopf den Eindruck macht. In einer Vitrine kann man den „gräulichen“ Effekt begutachten, wenn zehn, 20 oder 90 Prozent der Haare ihre Melanin-Pigmentierung verloren haben. En passant erfährt man ein wenig über den genetischen Fingerabdruck aus der Haarwurzel. Auch das aktuelle Thema des Kokainkonsums wird anhand der Haare 4000 Jahre alter peruanischer Mumien behandelt. Nicht zuletzt offenbart moderne Haaranalyse, dass Pharao Ramses II. rotblondes Haar gehabt haben muss.

In einem Spezialstuhl können Besucher ihr eigenes Haar per Videomikroskop in tausendfacher Vergrößerung bewundern. Ebenfalls auf dem Bildschirm können sie virtuelle Frisuren ausprobieren. Wer danach zum Beispiel eine Farbveränderung in Erwägung zieht, kann sich durch einen Film belehren lassen, welche chemischen Vorgänge fürs Bleichen und Färben nötig sind. aml

Ausstellung „Phänomen Haar. Ein Geheimnis entschlüsseln“ im Deutschen Technikmuseum Berlin, Trebbiner Straße 9, Dienstag bis Freitag 9 bis 17Uhr 30, Sa/So 10 bis 18 Uhr. Workshops mit Unterstützung der Französischen Botschaft, besonderes Programm für Schulklassen, Info unter 90254-124 .

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