Kolumne : Der OP-Kurs: So wird ein Hauttumor entfernt

Seit Jahren steigt die Zahl der Hautkrebsfälle drastisch an. Zunehmend trifft die Erkrankung auch jüngere Menschen – wahrscheinlich, weil Bräunungsstudios immer mehr in Mode kommen.

Björn Rosen

Zu viel Sonne tut der Haut aber nicht gut. Die beste Vorbeugung gegen Hautkrebs sind deshalb Schatten und Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor. Um sicherzugehen, dass sich nicht unbemerkt gefährliche Geschwulste entwickeln, sollte man Pigmentmale auf der Haut (auch Muttermal oder Leberfleck genannt) regelmäßig auf Veränderungen untersuchen. Dabei hilft die ABCD-Regel: A steht für Asymmetrie, B für Begrenzung, C für Colour und D für Durchmesser. Verdächtig ist ein Muttermal, wenn es ungleichmäßig, nicht klar begrenzt, unterschiedlich gefärbt oder größer als 5 Millimeter ist. „Darüber hinaus empfiehlt es sich, einmal im Jahr zum Hautarzt zu gehen und von diesem die ganze Haut untersuchen zu lassen“, sagt Eggert Stockfleth, leitender Oberarzt an der Klinik für Dermatologie der Charité.

Die gefährlichste Form der Erkrankung bezeichnet man als schwarzen Hautkrebs („malignes Melanom“). Sie trifft hierzulande laut Deutscher Krebshilfe etwa 22 000 Menschen jährlich. Sehr viel häufiger, aber auch besser zu behandeln ist der helle Hautkrebs mit rund 118 000 Neuerkrankungen im Jahr – hierzu gehören die sogenannten Basaliome und Plattenepithelkarzinome, die durch rötliche Pigmentierung auffallen und oft im Gesicht und an der Hand auftreten. Anders als der schwarze bildet der helle Hautkrebs kaum Tochtergeschwulste. Er kann sich aber ausbreiten und dabei umliegendes Gewebe schädigen.

Während die dunklen Pigmentmale des schwarzen Hautkrebs auf jeden Fall herausoperiert werden müssen, können bei hellem Hautkrebs (oder zumindest bei seinen Vorstufen) schon Cremes, Laser- oder Kältetherapie gut helfen. Trotzdem kommt es oft zu einer OP, denn diese ist einfach durchzuführen und verspricht sehr gute Heilungschancen – wenn der helle Hautkrebs rechtzeitig entdeckt wird. Den Eingriff kann man sich wie das Entfernen einer schlechten Stelle eines Apfels vorstellen. Operiert wird bei lokaler Betäubung der Haut mit Skalpell und Pinzette. Der Arzt schneidet dabei den Tumor und etwa einen halben Zentimeter Haut drumherum heraus; in der Tiefe dringt er bis zum Fettgewebe vor. „Man entfernt so viel wie nötig und so wenig wie möglich“, so Stockfleth. Dies kann, je nachdem welcher Stelle des Körpers betroffen ist, 20 Minuten dauern, aber auch zwei Stunden. Das entnommene Stück Haut muss untersucht werden: Finden sich im Bereich um den Tumor noch Krebszellen, ist eine weitere Operation nötig.

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