Kolumne zu Sportverletzungen : Dr. Dollas Diagnose (13)

Einst behandelte der Berliner Orthopäde Dr. Thorsten Dolla die Spieler von Hertha BSC, für uns schreibt er seine Kolumne "Dr. Dollas Diagnose". In der aktuellen Folge geht es um Therapien in der anstehenden Spielpause: Operation oder konservative Behandlung?

Dr. Thorsten Dolla
Franck Ribéry vom FC Bayern München hat immer wieder mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Foto: dpa
Franck Ribéry vom FC Bayern München hat immer wieder mit Verletzungsproblemen zu kämpfen.Foto: dpa

Mit dem Pokalfinale endete nun auch für die letzten deutschen Profifußballer die Saison. Mal abgesehen von den Spielern, die noch das Relegationsspiel am Mittwoch bzw. die drei noch anstehenden Länderspiele zu bestreiten haben. Viele Spieler haben in den letzten Tagen kleinere Verletzungen erlitten, die sie aber nicht daran hinderten, noch das eine oder andere Spiel zu bestreiten. Sie stehe jetzt vor der Frage, wie sie die anstehende Spielpause optimal nutzen. Ist eine Operation unumgänglich, oder hilft eine konservative Behandlung weiter?

Natürlich ist es das Bestreben der Vereine, ihre Spieler gesund in die Ferien zu entlassen. Es gibt aber auch Spieler, die sich gerade in der Rehabilitation befinden. Also regelmäßig Physiotherapie und medizinisches Aufbautraining machen, um nach Verletzungen wie etwa einer Sprunggelenksfraktur oder einer Knieverletzung mit anschließender Arthroskopie schnellst möglichst gesund und damit wieder einsatzbereit werden. Für diese Sportler gibt es nicht den Urlaub, den sie sich sicherlich wünschten. Noch nicht.

Es gibt aber auch Sportler, die zum Ende der Saison noch mit Schmerzen gespielt haben und jetzt die scheinbar freie Zeit nutzen müssen, um sich medizinisch versorgen zu lassen. Häufig stellt sich dabei die Frage: Welche Therapie ist die richtige?

Grundsätzlich gibt es immer die konservative und die operative Versorgung. Was, zum Beispiel, ist nach einem Einriss des Innenmeniskus ratsam?

Dr. Thorsten Dolla schreibt regelmäßig für den Tagesspiegel über Sportverletzungen. Foto: promo
Dr. Thorsten Dolla schreibt regelmäßig für den Tagesspiegel über Sportverletzungen.Foto: promo

Es gibt viele unterschiedliche Formen des Einrisses. Wenn der zerstörte Anteil des Meniskus im Kniegelenk eingeklemmt ist und der Patient nicht nur Schmerzen hat, sondern auch humpelt, weil er sein Bein nicht mehr komplett strecken kann, dann ist das eine Indikation für eine Arthroskopie. Und das zeitnah. Handelt es sich aber nur um einen kleinen Einriss des Meniskus und der Sportler hat zum Ende der Saison keine Schmerzen mehr im Knie gehabt, weder bei Ruhe noch bei Belastung, dann stellt sich die berechtigte Frage, ob eine Operation notwendig ist.

Es gibt nachweislich Spieler, die mit einem Meniskuseinriss Fußball spielen und keinerlei Probleme haben. Ist es aber zu einem größeren Einriss des Meniskus gekommen, entweder im Spiel durch eine Rotation im Kniegelenk, oder durch ein Foul, dann kann eine Operation, also Arthroskopie, notwendig sein.

Generell gilt: Es gibt Überlastungssyndrome, die für die Regeneration viel Zeit, also Ruhe, physiotherapeutische sowie osteopathische Behandlung, bedürfen. In dieser Zeit sollte auf sportliche Aktivitäten vollständig verzichtet werden. Aber auch hier besteht das Risiko, dass trotz optimaler Therapie die Beschwerden auch nach der Pause nicht weg sind. Selbst nach einem operativen Eingriff nicht.

Eine Antwort auf die Frage, welche Therapieform die passende ist, ist nicht leicht zu finden. Sie ist schon deswegen schwierig, weil oft das Ergebnis ungewiss ist. Oft ist es ratsam, sich eine zweite medizinische Meinung einzuholen. Eine absolute Sicherheit darüber, ob die operative oder konservative Behandlung besser ist, gibt es selten.

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